Die Folgen des Mobilfunk-Megadeals
Aus E-Plus wird jetzt O2 – und nu?

Mit einem Paukenschlag schwingt sich O2 durch den geplanten Kauf von E-Plus zum größten Handy-Anbieter in Deutschland auf. Welche Hürden die Fusion mit sich bringt – und was Mobilfunkkunden erwarten können.
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Düsseldorf„Jetzt habe ich es endlich geschafft von Euch weg zu kommen und ZACK kauft Ihr meinen jetzigen Anbieter auf“, schreibt Peter Colt auf der Facebook-Seite von O2. „Peter du hast uns durchschaut“, antwortet eine Mitarbeiterin im Namen von O2. Was ist passiert? Der Handyanbieter erwirbt für fünf Milliarden Euro und 3,1 Milliarden Euro in Aktien den Konkurrenten E-Plus und nicht nur Kunde Colt fragt sich, welche Auswirkungen das für seine künftigen Entscheidungen und den deutschen Mobilfunkmarkt haben wird.

In den Facebook-Gruppen der Produktangebote von O2 und E-Plus heißt es: Erst einmal ändert sich gar nichts. Es fragen dort zwar bereits Kunden, die auf ein Sonderkündigungsrecht hoffen. Doch das werde es „sicher nicht geben“, heißt es bei O2. Alles weitere sei bislang noch nicht klar, schließlich müssten noch die Kartellbehörden dem Plan der spanischen O2-Mutter Telefónica zustimmen.

Erst Mitte 2014 soll die Fusion endgültig in trockenen Tüchern sein, schätzen die Unternehmen. Der bisherige E-Plus-Eigner KPN aus den Niederlanden wird künftig 17,6 Prozent an O2 (Telefónica Deutschland) halten. Doch Marktbeobachter sind skeptisch, dass die europäische Wettbewerbsaufsicht den Deal so rasch durchwinken wird.

Umsatzanteile der Netzbetreiber und Provider im deutschen Mobilfunkmarkt 2012

Zum einen seien negative Auswirkungen auf die Kunden zu befürchten, urteilt Torsten Gerpott, Professor für Telekommunikation an der Universität Duisburg-Essen, im Gespräch mit Handelsblatt Online. Telefonieren „könnte nicht mehr so schnell billiger werden wie in den vergangenen Jahren“. Allerdings habe die EU in anderen Fällen eine Fusion auf nur drei Anbieter genehmigt. Zum Jahresende 2012 geschah das etwa in Österreich, wo der Hutchinson-Konzern das Geschäft des Konkurrenten Orange kaufte. Auch in Irland oder den Niederlanden sind nur noch drei Anbieter mit eigenem Netz vertreten.

In Deutschland stelle sich die Situation allerdings anders als etwa in Irland da, sagt Antonios Drossos von der Beratungsfirma Rewheel. Sein Unternehmen verfasst regelmäßig Stellungnahmen zum Mobilfunkmarkt in Europa für die EU-Kommission. „Wir betrachten die Fusion negativ und werden diese Einschätzung der Kommission übermitteln“, erklärt Drossos im Gespräch mit Handelsblatt Online. Denn die Marktsituation sei in Deutschland besonders.

Kommentare zu " Die Folgen des Mobilfunk-Megadeals: Aus E-Plus wird jetzt O2 – und nu?"

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  • sagen Sie mal,
    ließt hier der Eine oder Andere auch mal einen Fremdbeitrag durch? oder klickt gar links an?

    Die Telekom ist ein Monopolist der sich mit unterschiedlichen Namen schmückt.
    EPlus gehörte bis heute nicht zu dem Mafia Konstrukt Telekom.
    (zwar tief unterwandert insb. Aldi Nord mit MEDION dennoch eine Art Konkurrent zum Telekom M.f.S. als Nachfolger der Deutsche Post DDR 100% Teil des M.f.S - in der BRD hieß das 'Bundespost' und 'Bundesbahn' - Nationale Bezeichnungen waren dem Nationalen Hoheitsgebiet der DDR vorbehalten - wie National Sozialistischer Untergrund aus Thüringen!)

    Die Telekom ist ein Monopolist und Nachfolger der Deutsche Post DDR 100% Teil des M.f.S dessen Erziehung und Prägung und Sozialisation in einem totalitären Überwachungsstaat zu Obrigkeitshörig Inhalt war, die höhere Instanz ist der CIA/US/....!

  • weitere Ankläger der Telekom:

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article118316272/Telekom-AG-schloss-Kooperationsvertrag-mit-dem-FBI.html

  • Am besten, man hat gar nichts. Das ist am billigsten und keiner kann einen anrufen.

    Luscinia007 heute, 17:47 Uhr
    [Zitat von sysopanzeigen...]
    Das muss eine Zeitungsente sein. Die Öffnung des Telefonmarkts und die Privatisierung hat zu einem vielfältigen Telekommunikationsmarkt und zu einer Diversifizierung der Angebote geführt. Monopole sollten zerschlagen werden. Der Druck der Marktteilnehmer im freien Markt sollte zu zahlreichen unabhängigen Angeboten führen. Die wirtschaftliche Freiheit führe zu mehr ökonomischer Effizienz und bringt damit Wohlstand und soziale Sicherheit, aber doch keine Oligopole. (Spiegel)

    Besser kann man es kaum sagen. Obwohl mir die Fusion völlig egal ist wie 99% meiner Landsleute.




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