Die große Microsoft-Show
Surface Book soll Apples Macbooks Konkurrenz machen

Das ist frech: Während Apple Microsofts Tablet kopiert, schlägt Redmond mit einem Tablet im Laptop zurück und bringt flüssigkeitsgekühlte Smartphones. Die Gewichte in der Branche verschieben sich.

New YorkMit einem Produktfeuerwerk eröffnet Microsoft den Kampf um das Weihnachtsgeschäft und bricht gleichzeitig dafür mit alten Partnern. Ein neu vorgestelltes „Surface Book“ mit abnehmbarem 13,5-Zoll-Bildschirm ist nicht weniger als das erste Laptop aus Redmond. Das lässt Dell, HP oder Acer schwer schlucken. Der Name sagt allerdings bereits, gegen wen es wirklich geht: Apple und seine Macbook-Laptops.

Die Surface Books kommen mit Intel i5 oder i7-Prozessoren, 16 oder 32 GB Arbeitsspeicher sowie Front- und Rückkamera. Batterien in Bildschirm- und Tastaturteil versprechen bis zu zwölf Stunden Akkulaufzeit. Ein Stift mit 1024 verschiedenen Druckstufen soll vor allem Kreative und Designer ansprechen. Das optisch sehr ansprechend gestylte Gerät mit der hintergrundbeleuchteten Tastatur wird in den USA zwischen 1.400 und 2.600 Dollar kosten. Der Bildschirmteil lässt sich dabei als vollwertiges Tablet nutzen und wendet sich damit direkt gegen Apples iPad Pro.

Daneben gab es neues Tablet Surface Pro 4. Was war das meisterwartete Produkt des Jahres? Das iPhone 6S? Apples iPad Pro? Googles Tablet „Pixel C“? Nein: Es war Microsofts Surface Pro 4, und es ist da. Die Neuauflage des beliebten Surface 3 Pro wird nicht nur entscheiden, ob Microsoft selbst eine Zukunft im Businessmarkt hat. Es wird auch klarstellen, ob Apple mit seiner angehängten Vertriebsabteilung IBM eine Chance in Unternehmen bekommt und vielleicht sogar Google. Obwohl Googles neues „Pixel C“ mit angeflanschter Tastatur nur noch Außenseiterchancen hat.

Wurden die Versionen eins und zwei des Surface noch kühl aufgenommen, änderte sich das mit dem Surface Pro 3. Im Finanzjahr 2015 explodierte der Tablet-Umsatz auf 3,6 Milliarden Dollar. Die Einsicht, dass sich Hardware-Investitionen im Bereich mobiler Produktivität auszahlen, wurde der interessanteste Trend in der Gadgetwelt 2015 und zwang Apple und Google zum Handeln. Deren Kernkompetenz liegt im Privatkundenbereich, aber nun springen sie auf den Business-Zug auf.

Microsoft reagiert gelassen. Das Surface Pro 4 behält die Maße des Vorgängers, quetscht statt eines 12-Zoll-Bildschirms jetzt 12,3-Zoll hinein. Es ist leichter und stärker motorisiert. Aber ansonsten bleibt das Erfolgsmodell unverändert. Ein Fingerabdruckleser kommt in die neue Tastatur. „Repariere nichts, das nicht kaputt ist“, lautet ein altes Sprichwort und Nadella will auf der Erfolgswelle weiterschwimmen.

Ganz anders bei Smartphones. Die Lumia-Smartphones stehen kurz vor der Bedeutungslosigkeit. Nach Milliardenabschreibungen und Massenentlassungen in der Hardwaresparte, früher Nokia, bleibt die Frage, wie es weitergehen soll.

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Surface Book soll Apples Macbooks Konkurrenz machen

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Der dritte Neustart in fünf Jahren

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