Die neuen Weltkonzerne: Huawei
Chinas junges Gesicht

Der chinesische Telekomausrüster Huawei ist wohl der international erfolgreichste Konzern des Landes. Das Unternehmen hat etablierten Netzwerkfirmen wie Siemens, Cisco und Alcatel Kunden abgeluchst. Vor allem in Schwellenländern sind die Chinesen stark.

SHENZEN. Schwer fällt die Stahltür ins Schloss der Sicherheitsschleuse. Die Huawei-Mitarbeiterin zieht eine Karte durch das Lesegerät, dann drückt sie mit dem Zeigefinger auf eine Box. „Identifizierung per Fingerabdruck“, sagt sie. „Hier kommt keiner ohne Erlaubnis rein.“

Der Schatz hinter Stahltür Nummer zwei besteht nicht aus Geldscheinen oder Diamanten. Chinas IT-Schmiede Huawei sitzt auf modernen Schatzkisten – 1 700 Servern. „Das ist das Gehirn unserer Firma“, sagt die junge Frau. „Zu den meisten Daten hat nur das Top-Management Zugang.“ Zur Sicherheit gibt es vom Datenraum eine Kopie am Regierungsstandort Peking.

Denn der Telekomausrüster aus dem südchinesischen Shenzhen ist Symbol und Garant für Chinas technologische Aufrüstung. Huawei hat in den vergangenen 20 Jahren nicht nur Netze für die eigene Staatsmacht aufgebaut; das vom Ex-Offizier Ren Zhengfei gegründete Unternehmen gehört zu den wenigen chinesischen Konzernen, die den Sprung ins Ausland geschafft haben.

Mit seinen Innovationen bringt Huawei die Konkurrenten im Westen in Bedrängnis. Das Unternehmen hat etablierten Netzwerkausrüstern wie Siemens, Cisco und Alcatel Kunden abgeluchst. In Großbritannien modernisieren die Chinesen das Netz der British Telecom, in Deutschland sind Arcor und Versatel Kunden. Und in Russland motzt Huawei gerade 25 000 Kilometer Glasfaserkabel auf – von der finnischen Grenze bis nach Nordkorea.

Das Erfolgsrezept der Chinesen klingt simpel: Top-Qualität zum Billigpreis. „Als wir das erste Mal von Huawei hörten, konnten wir nicht glauben, dass eine chinesische IT-Firma so gut sein kann wie eine aus dem Westen“, sagt ein französischer Manager von Neuf Telecom. „Aber die Technologie war besser, und sie waren 30 Prozent billiger.“

Beeindruckt sind Besucher auch von der Firmenzentrale in Shenzen. Der „Huawei-Campus“ nahe der Grenze zu Hongkong ist eine Modellstadt mit modernster Architektur aus Glas und Beton mit Hotel, Palmengärten, vier Fußballplätzen, einer eigenen Autobahnausfahrt – und bald auch einer U-Bahn-Station. Stararchitekten wie Norman Foster haben Gebäude entworfen.

Seite 1:

Chinas junges Gesicht

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%