Digitale Werbung
Ströer kauft T-Online und Interactive Media

Das Internetportal T-Online und der Digitalvermarkter Interactive Media werden von Ströer übernommen – für rund 300 Millionen Euro. Die Werbefirma bringt damit ihr Digitalgeschäft auf Wachstumskurs.
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DüsseldorfAm deutschen Online-Werbemarkt werden die Karten neu gemischt. Die Deutsche Telekom verkauft ihre Online-Plattform T-Online und den Digitalvermarkter InteractiveMedia an die mit Reklame auf Plakaten und Litfaßsäulen groß gewordene Werbefirma Ströer. Die Telekom wird dafür Großaktionär von Ströer: Der Bonner Konzern erhält über eine Kapitalerhöhung neue Aktien im Wert von rund 300 Millionen Euro, wie die Unternehmen am Donnerstag mitteilten. Abhängig vom Aktienkurs entspräche dies einer Beteiligung von etwa elf bis 13 Prozent.

„Die Transaktion markiert den Beginn einer neuen Ära für unser Unternehmen“, sagte Ströer-Chef Udo Müller und erhöhte die mittelfristige Prognose. Die Telekom sei überzeugt, dass die beiden Töchter zum Wachstum der Kölner beitragen werden, sagte Telekom-Deutschland-Chef Niek Jan van Damme. „Auch deshalb haben wir uns für den Kaufpreis in Aktien entschieden.“ Anleger feierten den Zukauf. Die Ströer-Aktie gewann zeitweise über 14 Prozent auf ein Rekordhoch von 50,42 Euro und setzte sich damit an die Spitze des Kleinwerteindex SDax. Die Telekom-Aktie notierte gut zwei Prozent im Plus.

Ströer bringt die Übernahme in seinem neuen Digitalgeschäft einen großen Schritt nach vorne. Mit dem Kauf von InteractiveMedia, dem drittgrößten Online-Vermarkter in Deutschland, stärkt das Unternehmen seine führende Position und ist künftig mit einem Marktanteil von 15 Prozent doppelt so groß wie die Axel-Springer-Tochter Media Impact. Das gibt Ströer auch mehr Kraft, sich gegen US-Größen wie Google oder Facebook zu stemmen. Interactive Media vermarktet Seiten wie „autoscout24.de“, „Bunte.de“ oder „Kicker Online“.

Mit der Übernahme von Deutschlands reichweitenstärksten Online-Angebot T-Online gewinnt Ströer neue Werbeflächen für seine eigenen Inhalte, was die Rendite verbessert. Zudem verstärken die Kölner ihr Angebot an Internetseiten, zu dem etwa „kino.de“ oder „Spieletipps“ zählen. T-Online-Inhalte sollen künftig auch auf Ströer-Bildschirmen flimmern. T-Online bleibe Plattform für Mail-Adressen und das Telekom-Kundencenter.

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