Digitalfotografie: Deutsche Fuji meistert den Wechsel vom Film zum Chip

Digitalfotografie
Deutsche Fuji meistert den Wechsel vom Film zum Chip

Digitales Fotografieren ist ungebrochen beliebt. Davon profitiert auch die Fuji Photo Film (Europe) GmbH als Vertriebsorganisation des japanischen Fotoherstellers. Und das, obwohl Fuji nach Kodak der zweitgrößte Filmproduzent der Welt ist und hier erhebliche Einbußen hinnehmen musste.

KÖLN. Deutschland-Chef Helmut Rupsch erwartet für das am 31. März ablaufende Geschäftsjahr 2005/2006 insgesamt ein Umsatzplus von 3 Prozent auf 300 Mill. Euro. Rund ein Drittel vom Umsatz entfallen auf den Bereich Industrie (Druck- und Medizintechnik). Dabei war das Geschäft von gegensätzlichen Entwicklungen geprägt: Während Fuji mit analogen Geräten und Filmen zweistellige Minusraten hinnehmen musste, gab es im digitalen Bereich kräftige Zuwächse. Allerdings drückte auch dort der harte Preiskampf die Renditen. Das Unternehme schreibe aber schwarze Zahlen, versicherte Rupsch anlässlich eines Pressegesprächs in Köln.

Die Bedingungen für Wachstum seien für die Anbieter im Fotomarkt, die sich rechtzeitig auf das digitale Zeitalter eingestellt haben, grundsätzlich günstig. „Der Umbruch in unserer Branche ist wie der Wechsel von der Pferdekutsche zum motorisierten Wagen“ sagte Rupsch.

Bei Digitalkameras habe Fuji trotz extremen Wettbewerbs nicht nur Umsatzzuwächse, sondern auch Ertrag erwirtschaften können. Viele andere Anbieter haben hier Probleme, weil die Produktzyklen so schnell sind, dass es schwer ist, die Entwicklungskosten noch einzuspielen. Ziel sei es, so Rupsch, in absehbarer Zeit unter die "Top Fünf " zu kommen. Derzeit dominieren die Unternehmen Canon, Sony, Kodak, Nikon und Olympus den Markt für Digitalkameras. Der Absatz von Fuji-Speicherkarten stieg ebenfalls und soll schrittweise die rückläufigen Umsätze mit klassischem Fotofilm ausgleichen.

Ebenfalls erfreulich sei die Entwicklung bei Fotopapier. Hier war es mit dem Rückgang des Films zu Einbrüchen gekommen; erst langsam entdeckten die Digitalfotografen dann wieder das Papierbild. Als „zentralen Bestandteil der Wachstumsstrategie bei Fuji“ bezeichnete Rupsch nun das Bildergeschäft. Nach wie vor gebe es ungenutzte Potenziale in Form von gespeicherten Bildern, die vermehrt als Papierabzug gewünscht würden.

Das im Bildergeschäft offenbar noch reichlich Marktpotenzial liegt, zeigt auch eine aktuelle GFK-Studie zum Fotomarkt mit dem Ergebnis, dass das Interesse an Fotografie noch nie so groß wie heute war. Nach Einschätzung des Instituts liegt dies ausschließlich daran, dass sich die digitalen Technologien im Fotomarkt stetig weiterentwickeln. Weltweit wurden – so die Studie – in 2005 rund 130 Millionen Fotokameras an den Endverbraucher verkauft, knapp 100 Millionen davon sind Digitalkameras. Für das laufende Jahr rechnet die Gesellschaft mit einem Volumen in etwa gleicher Höhe. Damit erreiche der Markt der digitalen Fotografie ein Volumen, das der analoge Markt in seinen besten Zeiten nicht erreicht habe.

Experten des US-Marktforschungsinstitutes IDC sehen speziell bei digitalen Kompaktkameras aufgrund der erreichten hohen Marktsättigung aber weniger Wachstumsmöglichkeiten. Echte Wachstumsperspektiven sagen die Forscher für digitale Spiegelreflexkameras sowie für Megazoom-Kameras voraus. Die Spiegelreflexkameras waren bis vor ein paar Jahren noch nahezu unerschwinglich, weshalb es hier einen Nachholbedarf gibt. Bei den Megazoom liegt der Kaufanreiz in der Technik: In einem relativ kompakten Gehäuse ist ein Allround-Zoom integriert, das vom Weitwinkel bis zum extremen Telebereich ein breites Brennweitenspektrum abdeckt – und das ohne Konverter und Wechseloptik. Bei aufwendiger ausgestatteten Modellen sorgt ein Bildstabilisator dafür, dass beim Arbeiten mit langen Brennweiten oder in der Dämmerung die Aufnahmen nicht verwackeln.

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