Digitalradio DAB+

Hörfunksender verlangen Millionen-Finanzhilfen

Die privaten Hörfunksender wollen bei der Umstellung von UKW auf Digitalradio DAB+ nicht im Stich gelassen werden – und Amazon probiert es im Wettbewerb mit den TV-Platzhirschen mit Annäherung.
Der Umstieg vom UKW-Radio auf das Digitalradio DAB+ sei die Zukunft. Dafür verlangen Hörfunksender finanzielle Hilfen. Quelle: dpa
Digitales Radio

Der Umstieg vom UKW-Radio auf das Digitalradio DAB+ sei die Zukunft. Dafür verlangen Hörfunksender finanzielle Hilfen.

(Foto: dpa)

MünchenDie privaten Hörfunksender in Deutschland verlangen finanzielle Hilfen für den Umstieg vom UKW-Radio auf das Digitalradio DAB+. Nötig seien ungefähr 25 Millionen Euro pro Jahr, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung von Antenne Bayern, Karlheinz Hörhammer, am Mittwoch bei den Medientagen München. Der Zuschuss könne zum Beispiel aus den Überschüssen des neuen Rundfunkbeitrags fließen, bei dem mehr Nutzer als früher erfasst werden. Es gehe dabei nur um eine Übergangszeit, bis sich das Digitalradio durchgesetzt habe.

Der Ausbau von DAB+ ist umstritten. In den meisten Haushalten gibt es kein DAB+-taugliches Empfangsgerät. Kritiker meinen, das Internet-Radio sei die Zukunft des digitalen Radios. Einen Fürsprecher hat das Digitalradio DAB+ in der Autoindustrie: Es spare Gewicht im Fahrzeug und reduziere dadurch den Schadstoffausstoß. Auf die Bauteile für analoges Radio sollte verzichtet werden, sagte Holger Hees von Audi (Entwicklung Radio, TV, Laufwerke). „Die Präferenzen liegen ganz klar bei uns im digitalen Bereich.“

Den etablierten TV-Anbietern dürften in den neuen Streamingdiensten zwar Konkurrenz erwachsen, aber auch Chancen tun sich auf: Christoph Schneider, Deutschland-Chef des Streaming-Anbieters Amazon Prime Video, setzt auf einen Schulterschluss mit den Platzhirschen. „Wir sind mit den meisten Fernsehsendern in Deutschland in gutem Austausch“, sagte Schneider beim sogenannten TV-Gipfel auf den Medientagen.

Als Beispiel nannte er die Kooperation mit dem privaten Marktführer RTL – Amazon und der Kölner Sender entwickeln zusammen die historische Spionageserie „Deutschland '86“, eine Fortsetzung der Serie „Deutschland 83“, die bei RTL vor einem Jahr im Free TV zwar keine starken Quoten hatte, von der Kritik aber allgemein positiv bewertet wurde.

Anfang 2017 wird Amazon einen kleinen Meilenstein in der deutschen Bewegtbild-Geschichte setzen: Mit der sechsteiligen Thrillerserie „You are Wanted“ startet das Unternehmen die erste in Deutschland gedrehte Fiction-Produktion eines der neuen, großen Streaming-Anbieter. Hauptdarsteller und Produzent ist Matthias Schweighöfer.

Die in Deutschland ansässigen Plattform-Betreiber wie die Telekom oder Vodafone haben dagegen mit eigenproduzierten Bewegtbild-Inhalten für das Netz derzeit wenig am Hut. „Als Infrastruktur-Betreiber wollen wir nicht in Content investieren“, sagte Christoph Clément aus der Geschäftsleitung des Telefonanbieters Vodafone.

Was die Deutschen an den Fernseher fesselt
Platz 10: Luther
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Idris Elba konnte als scharfsinniger Detective John Luther so einige Fälle lösen und damit die Fernsehzuschauer überzeugen. Die Serie umfasst vier Staffeln und wurde auf ZDF neo ausgestrahlt. Wissenschaftler von der Universität Münster haben internationale, englischsprachig produzierte Serien untersucht. Die Studie untersucht die Unterschiede zwischen diesem neuen Serientyp und herkömmlich produzierten TV-Serien und analysiert die Gründe, was solche Serien erfolgreich macht.

Quelle: „Das Phänomen neue Drama-Serien“ (Universität Münster), dpa

Platz 9: Suits
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Die Geschichte rund um den charismatischen Anwalt Harvey Spector (Gabriel macht, rechts) den exzentrischen Louis Litt (Rick Hoffman, Mitte) und den hochintelligenten Mike Ross (Patrick J. Adams, links) konnte das Publikum überzeugen. Geplant sind sieben Staffeln und derzeitig wird die sechste in den USA ausgestrahlt. „Fast jeder zweite Deutsche mit Internet-Zugang kennt zumindest einige Vertreter dieses neuartigen Typs TV-Serie“, sagte der Marketingwissenschaftler Thorsten Hennig-Thurau vor der Vorstellung der Studie mit dem Titel „Phänomen Neue Drama-Serien“ bei der internationalen „Big Data, Big Movies“-Konferenz in Potsdam.

Platz 8: Orange is the New Black
3 von 10

Die Knastserie basiert auf den gleichnamigen Roman von Piper Kerman und erzählte die Geschichte des Gefängnisaufenthalts von Piper Chapman (Taylor Schilling, Foto). Diese rutschte unfreiwillig während ihre Collegezeit in einen Drogenschmuggel- und Geldwäschering und muss zehn Jahre später die Schuld dafür absitzen.

Platz 7: Shameless
4 von 10

Eine tragische Geschichte mit viel Augenzwinkern: Der alkoholkranke Frank Gallagher (William H. Macy, Mitte) liebt seine Großfamilie, doch neigt auch dazu, sich bis zur Besinnungslosigkeit zu betrinken. So sind die Kinder auf sich allein gestellt, was einige Probleme mit sich bringen kann.

Platz 6: Downtown Abbey
5 von 10

Die Rückkehr des britischen Kostümdramas: Downtown Abbey erzählt die Geschichte von dem Earl von Grantham Robert Crawley (Hugh Bonneville, Foto). Dieser muss einen Weg finden, sein Erbe nicht einen Fremden zu übergeben. Da er allerdings keinen Sohn hat, könnte sich das schwierig gestalten.

Platz 5: Sherlock
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Conan Arthur Doyles berühmter Detektiv Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch, links) wird zusammen mit seinem Assistenten Dr. John Watson (Martin Freeman, rechts) in die Gegenwart geführt. Dort treffen sie nicht nur auf bekannte Feinde wie Jim Moriarty.

Platz 4: The Walking Dead
7 von 10

Die Zombieserie ums nackte Überleben der letzten Menschen rauscht leider knapp an der Top drei Platzierung vorbei. Sie erzählt nicht nur den Kampf gegen die Untoten, sondern auch gegen andere Gruppen Überlebender und ihre etwas „unüblichen“ sozialen Strukturen.

Clément verwies dabei auf das Beispiel Telefonica – der spanische Kommunikationsriese habe sich bei seinem Deal mit dem holländischen Content-Produzenten Endemol „verschiedene Blessuren“ zugezogen. Ob der Zusammenschluss von AT&T und Time Warner in den USA Erfolg bringe, bleibe abzuwarten. Gleichwohl plane Vodafone die Gründung einer Entertainment-Plattform, auf der den Kunden Zugänge zur vielfältigen Mediennutzung eröffnet würden.

Alexander Scheuer, Leiter Medienpolitik bei der Deutschen Telekom, sprach von „vorsichtigen Schritten“ nach dem Erwerb von Basketball- und Eishockey-Übertragungsrechten. Das Geschäft mit Sport und Fiction habe „noch nicht das Ende der Fahnenstange“ erreicht. Man müsse sich jedoch fragen, ob dadurch der erwünschte Grad der Kundenbindung erreicht werde.

  • dpa
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