Disney
Superhelden können den Aktiensturz nicht bremsen

Disney-Chef Robert Iger ist zufrieden: Der Medienkonzern hat seinen Gewinn kräftig gesteigert. Dahinter steckt vor allem das Geschäft rund um die „Avengers“. An der Börse geht es für Disney trotzdem bergab.
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BurbankDer Actionfilm „Avengers“ hat den Gewinn beim US-Medienkonzern Disney kräftig steigen lassen. Zudem füllten steigende Fanartikelverkäufe dem US-Unterhaltungsriesen zuletzt gut die Kassen, wie die am Dienstag veröffentlichten Finanzergebnisse für das letzte Vierteljahr zeigen. Aber auch die Geschäfte in der Mediensparte und mit Vergnügungsparks liefen rund.

Disneys Überschuss kletterte im vergangenen Geschäftsquartal (bis Ende Juni) im Jahresvergleich um elf Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar (2,3 Mrd Euro). Der Umsatz wuchs um fünf Prozent auf 13,1 Milliarden Dollar. „Wir sind sehr zufrieden mit unserer Leistung“, kommentierte Disney-Chef Robert Iger die Ergebnisse.

Kinoumsatz legt um 13 Prozent zu

Besonders stark sprudelten dank Kinohits wie „Avengers: Age of Ultron“ die Einnahmen im Filmgeschäft. Hier legten die Erlöse um 13 Prozent zu. Der zweite Film von Marvels Superhelden-Serie hatte den zweitbesten Kinostart in den USA hingelegt und übertraf den Kassenschlager „Captain America: The Winter Soldier“ aus dem Vorjahreszeitraum.

Zudem macht Disney weiterhin sehr erträgliche Geschäfte mit Fanartikeln. So haben sich beispielsweise Produkte zum Film „Frozen“ („Die Eiskönigin“) längst zu einem lukrativen Dauerbrenner für den Medienkonzern entwickelt. Mit „Star Wars: The Force Awakens“ soll Ende des Jahres das nächste Filmspektakel anlaufen, an das sich sehr hohe Erwartungen knüpfen.

Doch auch die Mediensparte - mit dem Flaggschiff ABC die wichtigste Geldquelle für Disney - florierte mit einem Umsatzplus von fünf Prozent. Einen Zuwachs von vier Prozent verzeichnete das Geschäft mit Urlaubs-Resorts, Freizeitparks und Kreuzfahrtschiffen. Diese Sparte ist der zweitwichtigste Umsatzbringer des Konzerns.

Am Markt konnten die Zahlen trotzdem nicht auf Anhieb überzeugen. Die Gewinnerwartungen der Analysten wurden zwar übertroffen, doch beim Umsatz hatte sich die Wall Street etwas mehr erhofft.

Die Aktie fiel nachbörslich zunächst um gut zwei Prozent - und trudelte dann um sechs Prozent ins Minus. Disney hat bislang mit einem Plus von 29 Prozent in diesem Jahr von allen Dow-Jones-Werten am stärksten zugelegt.

Umsatzprognose erstmals seit zwei Jahren verfehlt

Disney hatte nicht nur den Gewinn gemeldet, sondern auch die Erwartungen für seine Kabelnetz-Sparte zurückgeschraubt. Zum ersten Mal seit zwei Jahren hatte zudem die Umsatzprognosen die Experten enttäuscht. Der Umsatz verfehlte mit 13,1 Milliarden Dollar - zuvor 12,47 Milliarden - die Vorhersage von 13,23 Milliarden Dollar.

Für die Kabel-Probleme machte Disney-Chef Bob Iger unter anderem einen moderaten Rückgang der Zuschauerzahlen beim Sportsender ESPN verantwortlich. Zunehmend würden digitale Medien in Anspruch genommen, sagte er. Das Unternehmen führte zudem Währungseffekte an.

Nun geht Disney von einem Gewinnwachstum in der Sparte im unteren einstelligen Bereich in den Geschäftsjahren 2013 bis 2016 aus. Bislang hatte der Konzern die obere Spanne angepeilt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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