Dollarkurs und Ölpreise belasten
Infineon wird beim US-Halbleitermarkt skeptischer

Infineon will in den nächsten Jahren in den USA zweistellig wachsen und die eigene Marktposition ausbauen. Wegen Risiken durch den Dollarkurs und die hohen Ölpreise beurteilt der Münchener Chipkonzern allerdings die Aussichten für den US-Halbleitermarkt skeptischer als noch zu Jahresbeginn.

HB MÜNCHEN. Ursprünglich für 2004 prognostizierte Zuwachsraten von 25 bis 30 % würden wohl nicht mehr erreicht, sagte Infineon-US-Chef Robert Le Fort der Tageszeitung „Die Welt“ (Dienstagausgabe) laut einem am Montag vorab verbreiteten Interview. Eine konkrete Zahl für das laufende Jahr nannte er nicht. Weltweit hatte Infineon bislang für das laufende Jahr ein Branchenwachstum von 22 % in Aussicht gestellt.

Mit Blick auf die USA ergänzte LeFort, Infineon werde in den nächsten Jahren prozentual zweistellig wachsen und seine Position ausbauen. Binnen zwei bis drei Jahren wolle der Konzern in dem Land auf Rang fünf von derzeit Rang sieben klettern. „Das Hauptwachstum wird aus dem Speicherchip-Bereich kommen.“ Im Segment Automobilelektronik solle Infineon - derzeit Nummer drei - im gleichen Zeitraum die Marktführung übernehmen.

Infineon hatte vor wenigen Monaten angekündigt, in seinem US-Werk in Richmond die Kapazitäten mehr als zu verdoppeln und hierfür rund eine Milliarde US-Dollar zu investieren. Die Münchener erzielten in den USA im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 23 % ihres Konzernumsatzes.

Der Ausbau von Richmond war von vielen Analysten kritisiert worden, weil bereits für 2005 wieder mit Überkapazitäten im Halbleitermarkt gerechnet wird und Infineon somit womöglich in den Abschwung hinein investiert. Der Konzern wolle durch die Kapazitätsaufstockung sein Portfolio bei Speicherchips ausweiten, „so dass wir selbst bei rückläufiger Konjunktur profitabel arbeiten können“, verteidigte LeFort den Schritt. Pläne für Akquisitionen gebe es nicht. „Große Zukäufe sind unwahrscheinlich, auch weil sie nur schwer zu integrieren sind.“

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