Drastischer Sparkurs
Sony hält am verlustreichen TV-Geschäft fest

Sony-Chef Hirai hat viel vor: Die Fernsehsparte soll ihre Kosten senken, bei Handys will Sony Weltmarktführer werden und neue Geschäftsfelder sollen hinzukommen. Der strikte Sparkurs wird viele Arbeitsplätze kosten.
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TokioDer japanische Elektrokonzern Sony will sich mit einem strikten Sparkurs sanieren. Mit einem Abbau von rund 10.000 Stellen, Einschnitten im Fernseher-Geschäft und dem Einstieg in die Medizintechnik will der neue Konzernchef Kazuo Hirai die Trendwende schaffen, wie er am Donnerstag ankündigte. „Sony wird sich wandeln“, sagte er in Tokio. „Sony war immer eine Firma mit Unternehmergeist, daran wird sich nichts ändern.“

Hirai steht vor einer Herkulesaufgabe. Seit vier Jahren schreibt Sony Verluste, allein im abgelaufenen Geschäftsjahr zum Ende März erreichte der Fehlbetrag fast fünf Milliarden Euro. Sein langjähriger Vorgänger Howard Stringer hatte den Niedergang des japanischen Vorzeigeunternehmens im Ringen mit aufstrebenden Rivalen wie Apple und Samsung nicht stoppen können.

Geht es nach Hirai, der seit 26 Jahren an Bord ist und zuletzt das erfolgreiche Geschäft mit Spielekonsolen führte, soll mit den roten Zahlen schnell Schluss sein. Die Sanierung werde allerdings im laufenden Geschäftsjahr gut 700 Millionen Euro kosten, kündigte er an.

Aus dem seit langem miserabel laufenden Geschäft mit Fernsehern will Hirai entgegen Analystenforderungen allerdings nicht aussteigen. Die TV-Sparte solle im kommenden Geschäftsjahr ab April 2013 ihre Fixkosten um 60 Prozent senken, die Betriebskosten um knapp ein Drittel.

Hirai kündigte auf einer überfüllten Pressekonferenz auch ehrgeizige Ziele an. So soll sein Haus Weltmarktführer bei Mobiltelefonen werden. Bislang spielt Sony, dass sein Handygeschäft bis vor kurzem gemeinsam mit der schwedischen Ericsson betrieben hat, in dem Segment praktisch keine Rolle mehr. Selbst der heimische Konkurrent Sharp, der seinerseits mit Verlusten kämpft, schneidet auf dem Heimatmarkt für Mobiltelefone besser ab als der einstige Unterhaltungselektronik-Pionier.

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