Dreamworks-Deal
Shrek schnappt sich Lassie

Das mit Animationsfilmen wie "Shrek" erfolgreiche Studio Dreamworks will sich die Rechte an bekannten Figuren wie etwa den Spielfilmserien-Hund Lassie sichern. Das könnte auf einen eigenen TV-Sender hinauslaufen.
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New YorkDreamworks flirtet mit dem Gedanken an einen eigenen Fernsehsender: Das Animationsstudio, das in den USA derzeit "Madagascar 3: Flucht durch Europa" im Kino hat (deutscher Filmstart ist im Oktober) und mit der "Shrek"-Reihe Erfolge feierte, hat bereits dem Kauf von Classic Media zugestimmt - und damit einen Fundus an international bekannten Figuren am Wickel.

Mit dem Kauf von Classic Media reihen sich Figuren wie das Zeichentrick-Gespenst Casper und der heldenhafte Hund Lassie in das Franchise-Geschäft von Dreamworks ein. 155 Millionen Dollar ist Dreamsworks die Übernahme der Rechte wert. Für das vergangene Geschäftsjahr, das am 29. Februar endete, meldete Classic Media einen Umsatz von 82,2 Millionen Dollar und einen Gewinn von 19,2 Millionen Dollar.

Einem Pressebericht zufolge brächte die Übernahme dem Unternehmen mehr aus 450 Titel und mehr als 6.500 Folgen von Zeichentrick- und Filmserien, die in mehr als 170 Ländern vertrieben wurden. Zu den Figuren zählen auch Lassie, Richie Rich, und der Lone Ranger aus der Serie "Die Texas Rangers" - also keine Zeichentrickfiguren, sondern Filmserienhelden.

Doch Dreamworks hat nicht vor, seine Kernkompetenz zu vernachlässigen. Das Studio wird weiterhin Animationsfilme machen. Für die Rechte an Figuren wie Lassie will es Lizenzen an andere Studios vergeben.

Die große Menge und Bandbreite an Figuren, die Classic Media bereithält, hält Dreamworks-CEO Jeffrey Katzenberg dennoch für eine hervorragende Ergänzung zum Franchisegeschäft bei Dreamworks. "Wir planen, das für unsere Spielfilme, Fernsehangebote, Heimkino, Onlineprodukte, Freizeitparks und Live-Unterhaltung zu nutzen."

Katzenberg schließt nicht aus, dass die Übernahme sogar auf einen eigenen Sender hinauslaufen könnte. "Ein Fernsehsender ist eine von vielen Möglichkeiten, die wir in der Verbindung der Marke Dreamworks mit diesem enormen Archiv an Figuren sehen", sagte Katzenberg der Nachrichtenagentur Thompson Reuters. "Das könnte ein inländischer Kabelsender werden, aber auch ein internationaler Sender, sogar ein Internetfernsehkanal."

Der Zeitpunkt wäre gut gewählt: Dreamworks verhandelt ohnehin seine Vertriebswege neu. Ein Vertrag mit Paramount Pictures läuft in Kürze aus. Über die laufenden Verhandlungen will Katzenberg nichts verraten. Aber eines stellt er klar: "Mit dem Mehrwert, den dies einbringt, sind die Chancen auf einen Deal deutlich gestiegen."

Annika Reinert
Petrina Engelke
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin

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