Drei Fragen an: Matthias Hartmann
„Lokale Anbieter geraten unter Druck“

Matthias Hartmann ist Geschäftsführer von IBM Deutschland. Im Interview mit dem Handelsblatt spricht er über die zunehmende Konkurrenz aus Indien und darüber, wie die starke indische Präsenz den deutschen IT-Service-Markt beeinflusst.

Herr Hartmann, indische IT-Anbieter nehmen neuen Anlauf im europäischen Markt. Bereitet Ihnen das Sorge?

Zweifellos müssen wir hier mit zunehmender Konkurrenz rechnen. Analysten sagen den indischen Dienstleistern ein starkes Wachstum voraus. Das Geschäftsmodell von IBM mit dem Branchenwissen und den langjährigen Kundenbeziehungen ist jedoch nur schwer zu kopieren. Das wird auf absehbare Zeit keinem indischen Dienstleister gelingen. Dennoch müssen wir aufpassen. Die Top drei der indischen Service-Provider wachsen zweistellig und sind bereit, viel zu investieren, um auch komplexere Serviceleistungen außerhalb ihres Subkontinents anbieten zu können.

Firmen wie IBM sind längst selbst in Indien aktiv. Welchen Vorteil haben die Inder noch?

Eigentlich keinen. Denn der Wettbewerb ist ein Wissenswettbewerb geworden, der aus unserer Sicht neben der Präsenz in Indien eine ebenso starke lokale Präsenz im deutschen Markt erfordert.

Inwieweit verändert eine stärkere Präsenz von indischen Anbietern den deutschen IT-Services-Markt?

Indische Service-Provider sind vor allem stark in preislich hart umkämpften Bereichen. Die Konkurrenz bei einfachen IT-Dienstleistungen wird sicherlich wachsen. Vor allem rein lokale deutsche Anbieter, die nicht über ein umfassendes globales Netzwerk verfügen, können durch preisaggressive indische Wettbewerber unter Druck kommen. IBM wird aber durch ihre globale Reichweite von der Marktentwicklung profitieren.

Die Fragen stellte Jens Koenen

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