Drei Interessenten
ProSiebenSat.1 winkt Milliardenerlös in Nordeuropa

Gleich drei Interessenten bieten um die skandinavischen TV-Sender der ProSiebenSat.1-Gruppe mit. Die Gebote liegen im Milliardenbereich. Was der Konzern mit den Erlösen machen würde, ist aber noch unklar.
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FrankfurtDie ProSiebenSat.1-Gruppe kann beim Verkauf ihrer skandinavischen TV-Sender auf einen Milliardenerlös hoffen. Drei konkurrierende Interessenten hätten jeweils mehr als 1,3 Milliarden Euro geboten und seien in der nächsten Runde, sagten mehrere mit dem Prozess vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch.

Die Bieter - der US-PayTV-Anbieter Discovery Communications sowie die Finanzinvestoren Providence und Nordic Capital - müssten nun bis spätestens Anfang Dezember verbindliche Offerten abgeben. Sollte der Preis auf dem Niveau bleiben, würden die Sender verkauft, betonten zwei Insider. Denn die Gebote lägen am oberen Ende der erwarteten Spanne. Der Preis entspräche rund dem Zehnfachen des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 2011.

ProSieben wollte die Sender in Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland, die 2011 zusammen knapp 480 Millionen Euro Umsatz erwirtschafteten, eigentlich schon im Frühjahr 2011 verkaufen. Allerdings wurde der Deal in letzter Minute abgeblasen. Damals schon interessiert war Discovery.

Dieses Mal lägen die bisherigen Gebote der Private-Equity-Häuser höher als vom Betreiber des Doku-Senders „Discovery Channel“, sagte einer der Konzerninsider. Die ebenfalls interessierte Beteiligungsfirma BC Partners sei nicht mehr im Rennen, da das Gebot zu niedrig gewesen sei. Die Beteiligten lehnten eine Stellungnahme ab.

Der Münchner ProSieben-Konzern, der den beiden Private-Equity-Firmen KKR und Permira gehört, hatte zunächst vage Interessenbekundungen für seine nordeuropäischen Fernsehtöchter erhalten. Das löste den Verkaufsprozess aus. Was ProSieben im Fall eines Verkaufs mit den Erlösen anfange, sei noch nicht klar, sagte ein Konzernkenner.

Nicht mehr im Fokus stehe der Abbau der Schulden. Die waren bereits vor gut einem Jahr durch die Einnahmen aus dem Verkauf der Benelux-Sender um rund eine Milliarden Euro gesunken. Ende Juni stand die Sendergruppe mit zwei Milliarden Euro bei ihren Gläubigern in der Kreide.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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