Drei Jahre nach der Pleite: Michael Kölmel ist wieder da und kauft Rechte aus der Kirch-Insolvenzmasse: Kinowelt will im DVD-Geschäft wieder starten

Drei Jahre nach der Pleite: Michael Kölmel ist wieder da und kauft Rechte aus der Kirch-Insolvenzmasse
Kinowelt will im DVD-Geschäft wieder starten

Michael Kölmel ist zurück. Zwar veranstaltet der 50-jährige Medienmanager seine Pressegespräche heute nicht mehr in Nobelhotels, sondern im bescheidenen Rahmen des Literaturhauses in München. Doch die Botschaften des Filmbegeisterten sind trotz aller Rückschläge die Gleichen: Er will auch künftig eine wichtige Rolle in der deutschen Filmbranche spielen.

MÜNCHEN. „Für Kinowelt gibt es genügend zu tun in den nächsten Jahren“, sagt der gelernte Mathematiker. Und stolz berichtet Kölmel von seinen beiden jüngsten Geschäften. Zum 1. März hat seine Kinowelt GmbH vom Insolvenzverwalter der Kirch-Gruppe sämtliche DVD- und Filmrechte an der riesigen Bibliothek des zusammengebrochenen Medienkonzerns übernommen. Das Paket umfasst die Rechte an 5 500 Spielfilmen und TV-Serien, zunächst bis einschließlich 2012. Darunter sind viele alte Schinken wie die „Feuerzangenbowle“ oder „Der Name der Rose“ und Serien wie „Bonanza“. Kölmel bekommt leuchtende Augen, wenn er von den Chancen für diese Klassiker schwärmt.

Außerdem hat Kinowelt die Rechte am dem Spielfilm „Millionen Dollar Baby“ gekauft, der erst am Wochenende in Los Angeles mit vier Oscars prämiert worden ist. Der Clint-Eastwood-Streifen soll in Deutschland am 24. März mit bis zu 150 Kopien anlaufen. Erinnerungen an die großen Zeiten werden wach: 1996 hatte Kölmel mit den Rechten an dem Kassenschlager „Der englische Patient“ den Durchbruch geschafft. Zwei Jahre später geht die Firma an die Börse und wird einer der Stars am Neuen Markt. Die Aktie steigt in immer neue Höhen. Doch Kölmel überhebt sich: Er expandiert nicht nur mit der Sportwelt in das Fußball-Geschäft. Er kauft für 300 Mill. Dollar auch ein Filmpaket vom US-Studio Warner, und niemand nimmt ihm die teure Ware ab. Im November 2001 schließlich ist Kinowelt insolvent.

Kölmel gibt nicht auf: Anfang 2003 kauft er das Kerngeschäft mit Hilfe der Stadtsparkasse Leipzig zurück und zieht in die Sachsen-Metropole um. „Wir sind wieder sehr gut aufgestellt“, sagt er heute. Mit 90 Beschäftigten setzt er 47 Mill. Euro um. Davon entfallen 81 Prozent auf das DVD-Geschäft, 13 Prozent auf den Lizenzhandel und sechs Prozent auf den Filmverleih. Für 2005 verspricht Kölmel ein Umsatzplus von 20 Prozent und hat schon wieder große Pläne: Er ist nach eigenen Angaben auch an einer Übernahme der insolventen Filmfirma Senator interessiert. „Die Firma passt gut zu uns“, meint er, doch leider sei die Preisvorstellung des Insolvenzverwalters zu hoch. Auch neue Börsenpläne hat der gebürtige Karlsruher. Die Idee, das Mediengeschäft über die Börse zu finanzieren, sei schon immer gut gewesen, sagt er mit einem Lächeln. Und so ist er auch am Börsenmantel der alten Kinowelt Medien AG interessiert. Die Gespräche laufen.

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