Drillisch erhöht Anteil auf 28,56 Prozent
Freenet-Zerschlagung rückt näher

Eine Konsolidierung der deutschen Mobilfunkbranche rückt in greifbare Nähe. Der Mobilfunkdienstleister Drillisch übernimmt weitere 18,5 Prozent am Hamburger Mobilfunk- und Internetanbieter Freenet. Die Drillisch-Aktie schoss nach Bekanntgabe der Transaktion in die Höhe. Auch Freenet-Anleger begrüßten den Schritt.

HB HAMBURG. und steigt damit zum Hauptaktionär seines Konkurrenten auf. Das Unternehmen aus Maintal bei Frankfurt teilte am Mittwoch mit, die Aktien des bisher größten Freenet-Anteilseigners, der Beteiligungsfirma Vatas, zu erwerben. Drillisch-Chef Paschalis Choulidis setzt sich seit längerem für eine Zerschlagung von Freenet ein.

Mit dem überraschenden Schritt steigt der Freenet-Anteil seines Unternehmens auf 28,6 Prozent. Drillisch und ein Fonds des Hedgefonds-Managers Florian Homm, der ebenfalls für eine Spaltung des Unternehmens plädiert, kommen zusammen nun auf mehr als ein Drittel der Anteile. Vatas hatte sich dagegen bisher auf die Seite von Freenet-Chef Eckhard Spoerr geschlagen.

Die Drillisch-Aktie schnellte um fast 14 Prozent hoch. Das im Technologieindex TecDax gelistete Papier von Freenet gewann fast vier Prozent.

Auch Analysten werteten die Aufstockung als Hinweis auf eine bevorstehende Aufspaltung. „Die Wahrscheinlichkeit, dass Teile von Freenet verkauft werden, steigt deutlich“, sagte Andreas Heinold von der Landesbank Baden-Württemberg. Wahrscheinlich sei eine Zusammenlegung der Mobilfunk-Geschäfts von Freenet und Drillisch. „Das ist ein weiterer Schritt zu einer möglichen Übernahme oder Zerschlagung von Freenet“, sagte HVB-Analyst Thomas Friedrich. Drillisch ist nach Debitel und Freenet drittgrößter Mobilfunkdienstleister ohne eigenes Netz in Deutschland. Im Geschäft mit schnellen DSL-Internetanschlüssen nimmt Freenet den fünften Rang ein.

Drillisch machte keine Angaben zum Kaufpreis. Mit Vatas sei ein Finanzierungspaket vereinbart worden. Vatas werde Drillisch bei der Umsetzung seiner Strategie unterstützen, hieß es. Die Beteiligungsgesellschaft hatte bislang dem Freenet-Vorstand den Rücken gestärkt. Freenet wollte sich nicht zu dem überraschenden Wechsel äußern. Vatas hatte erst vor kurzem das Aktienpaket des Finanzinvestors Texas Pacific Group (TPG) übernommen. Zu den Vatas-Geschäftsführern gehört der einstige Vorzeige-Jungunternehmer Lars Windhorst, der von Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) gefördert wurde und später wegen Geschäften in Asien in die Schlagzeilen geriet.

Drillisch und Homm waren auf der Hauptversammlung vor einigen Wochen mit ihren Plänen noch abgeblitzt. Freenet-Chef Spoerr musste sich allerdings dem Druck der Aktionäre beugen und hatte die Investmentbank Morgan Stanley mit der Suche nach einem Käufer beauftragt. Erst in dieser Woche hatte er eingeräumt, dass sich kein geeigneter Interessent gefunden hat, und den Widerstand gegen eine Aufspaltung aufgegeben.

Homm hatte seine Freenet-Beteiligung erst kürzlich über den börsennotierten Hedgefonds Absolute Capital Management (ACMH) auf 5,3 Prozent aufgestockt und eine weitere Erhöhung angekündigt.

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