Drillisch VS. Telekom
Nächste Runde im Streit eingeläutet

Der Streit zwischen der Deutschen Telekom und dem Mobilfunk-Dienstleister Drillisch geht in die nächste Runde. Das Landgericht München soll eine Pressemitteilung der Telekom verboten haben. Die weiß aber nichts davon.
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FrankfurtLaut Drillisch verbot das Landgericht München I eine Pressemitteilung der Telekom zu Betrugsvorwürfen gegen die Mobilfunkfirma. Der Telekom sei per Einstweiliger Verfügung untersagt worden, eine entsprechende Mitteilung vom 7. November weiter zu verbreiten, teilte der Anbieter am Dienstag mit. Ein Telekom-Sprecher sagte jedoch, eine Einstweilige Verfügung sei dem Konzern nicht bekannt. Vom Landgericht in München war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Die Drillisch-Aktie ging mit einem Plus von 7,2 als größter Gewinner im TecDax aus dem Handel.

Die Telekom hatte den Mobilfunkdienstleister aus Maintal bei Hanau wegen Betrugsverdachts angezeigt und die Zusammenarbeit aufgekündigt. Drillisch kauft Gesprächsminuten von den großen Netzbetreibern und vertreibt sie unter eigenen Marken. Die Telekom wirft dem Unternehmen eine Erschleichung von Provisionen vor. Der Betrugsvorwurf richtet sich gegen die Drillisch-Tochter Simply. Die Telekom hat nach eigenen Angaben im August festgestellt, dass Drillisch seit Februar 2011 mehrere zehntausend Mobilfunkanschlüsse aktiviert habe, ohne dass tatsächliche Kundenverhältnisse zugrunde gelegen hätten. Die Mitteilung vom 7. November war am Dienstagabend noch auf der Internetseite des Konzerns verfügbar. Drillisch hatte erklärt, die Vorwürfe entbehrten jeglicher Grundlage.

Am Montag hatte Drillisch seinerseits Strafanzeige gegen Deutsche-Telekom-Datenschutzvorstand Manfred Balz wegen Verstoßes gegen das Wertpapierhandelsgesetz gereicht. Die Staatsanwaltschaft kündigte eine Prüfung der Vorwürfe an.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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