Drittes Quartal
Europa-Geschäft macht Balda zu schaffen

Das zum Verkauf stehende Europa-Geschäft hält den Handyausrüster Balda weiter tief in der Verlustzone. Doch es gibt auch gute Nachrichten von dem Unternehmen mit Sitz in Bad Oeynhausen.

HB DÜSSELDORF. Nach neun Monaten wies die Firma einen Konzernverlust von 26,1 Mill. Euro aus, wie Finanzvorstand Volker Brinkmann am Mittwoch mitteilte. Vor Jahresfrist betrug das Minus 34,2 Mill. Euro.

Zur Stärkung der Kapitalbasis besorgte sich Balda nun frisches Geld. Bei privaten Investoren habe das Unternehmen nachrangige Wandelgenussscheine im Nennwert von 34,2 Mill. Euro platziert, teilte Balda mit. Die mit einer jährlichen Ausschüttung von acht Prozent ausgestatteten Papiere haben eine Laufzeit bis Ende 2013. Den Wandlungspreis legte Balda mit 7,22 Euro fest. Sollte die Aktie während der Laufzeit einen Wert von mindestens 12,50 Euro erreichen, könne der Konzern eine Wandlung in Aktien verlangen, hieß es. Das im Kleinwerte-Index SDax notierte Balda-Papier lag bis zum Mittag zwei Prozent im Plus bei 7,35 Euro.

Grund waren vor allem die Lichtblicke in den künftigen Kernbereichen. Dank der guten Geschäfte in Asien habe Balda hier seit Jahresbeginn einen Gewinn von 3,7 (Vorjahr: minus 4,8) Mill. Euro verbucht. Auch im Gesamtjahr 2007 würden die verbleibenden Aktivitäten Gewinn abwerfen bei steigenden Umsätzen, sagte Firmenchef Joachim Gut. Große Hoffnungen setzt der Hersteller von Handyschalen auf das noch junge Geschäft mit Tastbildschirmen. Balda hatte vor wenigen Wochen entschieden, seinen Kunden endgültig nach Asien zu folgen und sich von den Produktionsstätten in Europa zu trennen. Gut äußerte sich zuversichtlich, dass der Verkauf der Werke in Deutschland und Ungarn mit zuletzt 650 eigenen Beschäftigten noch in diesem Jahr über die Bühne geht. Mit Interessenten werde verhandelt.

Die Pleite des Handy-Herstellers BenQ und der Preisverfall hatten im vergangenen Jahr zu einem Konzernverlust von 42 Mill. Euro geführt. Balda hatte auf Erholung der Geschäfte gesetzt und für 2007 einen Vorsteuergewinn von bis zu 55 Mill. Euro avisiert. Dieses Ziel musste der Vorstand aber im Sommer wegen der schwachen Entwicklung in Europa aufgeben.

In den fortgeführten Aktivitäten stieg der Umsatz per Ende September nach Unternehmensangaben um gut 61 Prozent auf 172,3 Mill. Euro. Der operative Gewinn belief sich auf 9,8 Mill. Euro nach einem Verlust von sieben Mill. vor Jahresfrist. Das Geschäft mit Tastbildschirmen entwickele sich vielversprechend, hieß es. Daher werde in Asien die Produktion erweitert. Zudem habe Balda in der Region auch beim Verkauf von Handyschalen deutlich zugelegt.

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