Drittes Quartal
„Farmville“-Erfinder macht Verluste in Millionen-Höhe

„Farmville“-Erfinder Zynga hat im dritten Quartal rund 100 Millionen Dollar Verlust gemacht. Grund dafür ist nicht nur ein Fehlkauf, sondern auch sinkender Elan der Nutzer. Nun wird Zynga auch noch Ideenklau vorgeworfen.
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San FranciscoDer „Farmville“-Erfinder Zynga steckt tief in den roten Zahlen fest und wird dafür an der Börse abgestraft. Die Aktie verlor am Freitag auf einen Schlag ein Fünftel ihres Werts. Der Online-Spieleanbieter kündigte zuvor für das gerade beendete dritte Quartal einen Verlust von 90 bis 105 Millionen Dollar an.

Der erwartete Quartalsumsatz von 300 bis 305 Millionen Dollar enttäuschte die Börsianer ebenso wie die ersten Erwartungen für das gesamte Jahr. Schon nach dem schwachen zweiten Quartal mit einem Verlust von fast 23 Millionen Dollar war die Aktie an einem Tag rund 40 Prozent abgesackt. Beim Börsengang im Dezember war sie noch für 10 Dollar verkauft worden, im frühen Handel am Freitag fiel der Kurs bis auf 2,21 Dollar.

Auslöser für den hohen Quartalsverlust ist vor allem eine Abschreibung auf die im Frühjahr gekaufte Spielefirma OMGPOP in Höhe von 85 bis 95 Millionen Dollar. Zynga hatte sich den Entwickler des Spiels „Draw Something“, bei dem man Bilder erraten muss, im März auf dem Höhepunkt von dessen Erfolgsgeschichte geschnappt. Entsprechend hoch war der Preis mit 180 Millionen Dollar. Es wurde jedoch ein mieses Geschäft: Schon bis Ende des zweiten Quartals brach die Nutzerzahl von mehr als 14 auf 3,5 Millionen ein.

Außerdem lässt der Elan bei den Spielern der klassischen Online-Games von Zynga wie „Farmville“ oder „Cityville“ nach. Sie halten sich beim Kauf virtueller Güter wie Traktoren, Häuser oder Möbel zurück – und das ist bisher die wichtigste Einnahmequelle von Zynga. Auch der mit hohen Erwartungen verbundene jüngste Start von „Farmville 2“ lockte nicht die erhofften Nutzerscharen an. Ein Problem sei unter anderem, dass dafür neue Versionen von Internet-Browsern installiert sein müssen, die von vielen Spielern noch nicht benutzt würden, berichtete das „Wall Street Journal“.

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