Drittes Quartal
Umsatz von Gigaset gesunken

Der Telefonhersteller hat im dritten Quartal weniger Umsatz gemacht. Beim Gewinn verzeichnete die Ex-Siemens-Tochter gar ein Minus. Und das hätte sogar noch höher ausfallen können.
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MünchenDer Telefonhersteller Gigaset hat wegen der Wirtschaftsflaute in Europa weiter mit sinkenden Umsätzen zu kämpfen. Im abgelaufenen Quartal schrumpften die Einnahmen der einstigen Siemens -Tochter im Jahresvergleich um 15 Prozent auf 90,4 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. An der Börse kam die Nachricht nicht gut an, die Aktie des europäischen Marktführers gab zwei Prozent nach. Allerdings schlug sich die Konkurrenz nach Gigaset-Angaben noch schlechter: Die Münchner hätten in Europa drei Prozent an Marktanteil gewonnen. Jedes dritte neue schnurlose Telefon in Europa trägt damit das Gigaset-Logo.

Durch die Kosten für die laufende Sanierung und den anstehenden Stellenabbau fiel bei Gigaset ein Verlust von 15 Millionen Euro an. Ohne eine Mildtat der einstigen Mutter wäre das Ergebnis sogar noch schlechter ausgefallen: Siemens erließ Gigaset, auf die der frühere Besitzer Arques verschmolzen wurde, die letzte Kaufpreisrate von knapp zehn Millionen Euro. Den Grund für die Großzügigkeit nannte Finanzchef Alexander Blum in einer Telefonkonferenz: Gigaset habe nach der Trennung von Siemens vertragsgemäß nicht in den „Abwicklungsmodus“ geschaltet.

Für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen, das im Zuge seiner Sanierung rund 280 Arbeitsplätze streicht, mit einem Umsatzrückgang im einstelligen Prozentbereich und einem leichten operativen Verlust (Ebitda). Die Kostensenkungen würden sich bereits im kommenden Jahr in der Bilanz niederschlagen, sagte Blum. Die Früchte der Neuausrichtung würden aber vorwiegend ab 2014 geerntet, sagte Vorstandschef Charles Fränkl. Sein Haus konzentriere sich nun zunächst auf den "Kampf um das Weihnachtsgeschäft". Die Chancen stünden gut, da durch die Konsumflaute Werbeplätze günstig zu haben gewesen seien. Bis 2015 will Fränkl den Jahresumsatz dank neuer Geschäftsfelder und Produkte auf 500 bis 560 Millionen Euro bringen und eine Betriebsrendite zwischen zehn und 13 Prozent erwirtschaften.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Gute Produkte - schlechtes Management - Stellenstreichung von 260 Mitarbeiter - zum Teil in Schlüsselfunktionen - kann bei der fragilen Geschäftslage nur noch zu einem totalen Abstürzen führen.
    Um eine Rendite von 10-13% zu erwirtschaften bedarf es einer zukunftsorientierten Strategie - die wurde allerdings bisher noch nicht vorgestellt.
    Jegliche Aussagen zu Gewinn und Verlust sind auch eher fraglich, nachdem das gesamte Controlling entlassen wurde.

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