Druck auf die Branche wächst
Kreml baut seine Medienmacht in Russland weiter aus

Der Kreml weitet über den staatlich kontrollierten Gas-Giganten Gazprom seine Macht in Russlands Medienbranche immer weiter aus. Am Freitag gab Gazprom-Media, die Medientochter des russischen Energiekonzerns, den Kauf eines 50,2-prozentigen Kontrollpakets an der Moskauer Traditionszeitung „Iswestija“ bekannt.

HB MOSKAU. Die anderen Anteile am liberalen, landesweit erscheinenden Blatt hält Russlands größter Ölkonzern Lukoil. Bisher gehörte die „Iswestija“-Mehrheit zum Interros-Konzern des Oligarchen Wladimir Potanin, dessen wichtigster Konzern der weltweit größte Nickelproduzent Norilsk Nickel ist.

Nach Handelsblatt-Informationen aus Moskauer Medienkreisen wollte Interros bereits seit längerer Zeit Pressebeteiligungen seiner Tochter Prof-Media verkaufen – allerdings an ausländische Verlage. Das hatte der Kreml jedoch massiv abgelehnt. Die Regierung wollte stattdessen im Vorfeld der kommenden Präsidentenwahlen 2008 die publizistische Kontrolle über wichtige Zeitungen wie die „Iswestija“ und die „Komsomolskaja Prawda“ sowie die dazu gehörenden Radiosender erlangen. Ausländische Verlage sind in Russland vor allem mit Unterhaltungsmedien vertreten. Ausnahmen sind nur Dow Jones und Pearson mit „Wedomosti“, einer Tochter von „Wall Street Journal“ und „Financial Times“, sowie der Axel-Springer-Verlag mit „Newsweek“ und „Forbes“. Burda ist mit einem großen Angebot an Auto-, Frauen-, und Rätsel-Heften der inzwischen größte russische Verleger.

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