Druck auf Jerry Yang wächst
Microsoft nimmt Yahoo erneut ins Visier

Der Softwareriese Microsoft lässt im Tauziehen um den Internet-Konzern Yahoo doch nicht locker und ist wieder an einer Übernahme interessiert. Voraussetzung sei aber eine neue Führung bei Yahoo, teilte Microsoft am Montag mit. Der Yahoo-Aktie verhalf das zu einem Höhenflug.

HB NEW YORK. Der Konzern verbündete sich mit dem kritischen Yahoo-Großaktionär Carl Icahn, der die Yahoo-Spitze auf der Hauptversammlung Anfang August stürzen will. Der Druck auf Firmenmitgründer und Yahoo-Chef Jerry Yang wird damit immer größer.

Denkbar sei sowohl eine komplette Übernahme von Yahoo als auch der zuletzt diskutierte Teilkauf nur des Suchmaschinengeschäfts, so Microsoft. Mit der gegenwärtigen Führung bei Yahoo sei aber kein Geschäft möglich. Der Konzern hatte erstmals Ende Januar eine Übernahme angeboten. Die Yahoo-Spitze lehnte aber sowohl das zunächst 44,6 Mrd. Dollar (28 Mrd Euro) schwere Angebot als auch spätere veränderte Offerten ab.

Multimilliardär Icahn will bei der Hauptversammlung am 1. August den Verwaltungsrat bei dessen Neuwahl kompletten mit eigenen Vertrauten besetzen lassen. Das Gremium soll dann Yang ablösen und den Weg für Microsoft frei machen. Icahn und Microsoft führten dazu zuletzt nach eigenen Angaben mehrere Gespräche. Für Details wie einen konkreten Übernahmepreis sei es aber noch zu früh.

Icahn rief die Yahoo-Aktionäre in einem offenen Brief zur Unterstützung der Pläne auf. Ein Geschäft mit Microsoft könne allerdings mindestens neun Monate dauern - angesichts der nötigen Klärung durch die Wettbewerbshüter auch deutlich länger. Wie Icahn hatte eine ganze Reihe von Anteilseignern das Nein von Yahoo-Chef Yang zu der Offerte scharf kritisiert. Gegen den Konzern laufen deshalb auch mehrere Klagen von Aktionären.

Yahoo startete mittlerweile bei Suchanzeigen eine Kooperation mit dem Branchenführer und Rivalen Google. Microsoft will mit einem Kauf von Yahoo die Vormacht von Google brechen. Yahoo sprach in den vergangenen Wochen Medienberichten zufolge auch mit möglichen weiteren Partnern, um eine doch noch drohende Übernahme abzuwehren. Zu den potenziellen Verbündeten zählten demnach das Internet-Portal AOL aus dem Time-Warner-Konzern und der Medienmogul Rupert Murdoch.

An der Börse reagierte die Yahoo-Aktie mit deutlichen Gewinnen. Zum Handelsstart am Montag kletterte das Papier um fast zehn Prozent auf 23,37 Dollar. Microsoft-Titel legten deutlich weniger um gut ein Prozent auf 26,26 Dollar zu.

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