DSL-Anschlüsse
T-Online muss um Marktanteile kämpfen

Während die Deutsche Telekom im Bereich der DSL-Anschlüsse auf der Kupferleitung mit einem Marktanteil von rund 80 Prozent mit weitem Abstand weiterhin die unangefochtene Nummer eins ist, weht der Internettochter T-Online bei der Vermarktung der für das schnelle Surfen im Netz zusätzlich notwendigen Internetzugänge seit längerem der Wind des Wettbewerbs scharf ins Gesicht.

HB DÜSSELDORF. „Wir erwarten auch weiterhin einen aggressiven Wettbewerb“, sagt T-Online-Sprecher Michael Schlechtriem. Trotzdem hält der Marktführer im deutschen Internetmarkt an dem Ziel fest „für die Hälfte aller von der Telekom vermarkteten DSL-Anschlüsse den Internetzugang zu liefern.“

Im ersten Halbjahr 2005 stieg die Zahl der DSL-Tarifkunden von T-Online in Deutschland auf insgesamt 3,7 Millionen Euro, wobei T-Online im zweiten Quartal sein Ziel der Hälfte aller T-DSL-Neukunden auch als T-Online-Kunden zu gewinnen um Haaresbreite verfehlt hat.

Im dritten Quartal erwarten Marktexperten, dass T-Online die selbst gesteckte Marke von 50 Prozent wieder erreicht hat. „Viele der durchgeführten Tarifmaßnahmen haben erst in den zurückliegenden Wochen ihre Wirkung gezeigt“, sagt Schlechtriem. Und mit der jüngsten Preissenkung der DSL-Flatrate auf 9,95 Euro sieht sich T-Online „auch für das wichtige Weihnachtsgeschäfts gut gerüstet“.

Größter Wettbewerber von T-Online ist mit United Internet ausgerechnet ein Wiederverkäufer von DSL-Anschlüssen der Mutter Deutsche Telekom. Im dritten Quartal steigerte United Internet mit den Marken 1&1, GMX und Web.de die Zahl der DSL-Kunden auf 1,53 Millionen DSL-Kunden. Vor einem Jahr waren es noch 930 000 gewesen. Laut United-Internet-Chef Ralph Dommermuth konnte der Internetanbieter im dritten Quartal 190 000 neue DSL-Kunden gewinnen.

Mit rund einer Million DSL-Kunden ist der Online-Dienst AOL die Nummer drei im deutschen DSL-Markt. Die Hamburger haben mächtig aufgeholt, denn zu Beginn der Breitbandentwicklung im Jahr 2000 hatten sie sich kräftig verschätzt und zu lange auf Pauschaltarife im Schmalbandinternet gesetzt. Neben dem Wiederverkauf von DSL-Anschlüssen der Telekom unter eigenem Namen beginnt AOL zusammen mit dem spanischen Telekommunikationsriesen Telefonica nun mit dem Bau einer eigenen DSL-Infrastruktur. Nach Bremen, Hamburg und München will AOL in 15 weiteren Städten in eigene Netztechnologie investieren.

Die Zahl der DSL-Kunden beim Eschborner Telekommunikationsanbieter Arcor liegt laut Unternehmensangaben Ende Juni bei 740 000. Arcor setzt bei seiner DSL-Strategie sowohl auf die Vermarktung von Anschlüssen des eigenen Festnetzes, als auch auf die Vermarktung von DSL-Anschlüssen der Telekom in Verbindung mit Internetzugang von Arcor.

Nummer fünf im deutschen DSL-Markt ist die Hamburger Freenet AG mit 520 000 DSL-Kunden nach dem zweiten Quartal. Im Sommerquartal war Freenet im hart umkämpften DSL-Geschäft mit einem Zuwachs von nur 60 000 Kunden hinter T-Online und United Internet zurückgefallen.

Doch auch eine steigende Zahl regionaler Anbieter und Stadtnetzbetreiber sorgen dafür, dass der Druck auf die großen Anbieter auch kommendes Jahr hoch bleiben wird.

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