DSL-Drosselung: Verbraucherschützer mahnen die Telekom ab

DSL-Drosselung
Verbraucherschützer mahnen die Telekom ab

Der Streit um die gedrosselten Datentarife der Deutschen Telekom wird eventuell vor Gericht landen: Verbraucherschützer mahnen den Konzern ab. Auch die Bundesnetzagentur will die Tempo-Bremse unter die Lupe nehmen.
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Düsseldorf/BerlinDie Deutsche Telekom bekommt bei ihren Plänen für Daten-Obergrenzen im Festnetz nun auch Gegenwind von Verbraucherschützern. Am heutigen Montag mahnte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen den Konzern ab und forderte, die seit dem 2. Mai für Neukunden geltende Regelung zurückzunehmen. Sollte die Telekom bis zum 16. Mai keine Unterlassungserklärung abgeben, drohen die Verbraucherschützer mit dem Gang vors Gericht. Auch die Bundesnetzagentur kündigte am Montag an, die Tarife genauer unter die Lupe zu nehmen.

Die Telekom hatte zunächst für Neukunden monatliche Daten-Obergrenzen für Festnetz-Flatrates eingeführt, ab denen die Internet-Geschwindigkeit drastisch gedrosselt werden darf. Die Tempo-Bremse soll allerdings frühestens im Jahr 2016 greifen. Davon sind bestimmte eigene Dienste jedoch nicht betroffen. Der Konzern verweist auf die hohen Kosten für den Netzausbau und das stetig steigende Daten-Volumen.

Die Bundesnetzagentur hat bis Mitte des Monats mehr Informationen von der Telekom eingefordert. Die Telekom müsse für Transparenz und Netzneutralität sorgen, sagte Jochen Homann, Präsident der Behörde. „Netzneutralität heißt eben, dass es keine Diskriminierung von anderen Anbietern oder umgekehrt eine Bevorzugung des eigenen Angebots geben kann.” Grundsätzlich stehe es der Telekom frei, wie sie ihre Tarife gestalte. Die Kunden hätten ja die Möglichkeit, den Anbieter zu wechseln.

Es müsse gewährleistet sein, dass die Kunden bereits bei Vertragsabschluss über die Bedingungen informiert seien, betonte Homann. Auch müssten sie während des Vertrags über das verbrauchte Datenvolumen informiert sein. Die Behörde bedauere, dass die Telekom nur schrittweise klarstelle, welche Pläne sie habe. Anfang habe es den Anschein gehabt, als wenn nur neue Kunden betroffen seien, inzwischen sei klar, dass es auch Bestandskunden treffen kann, etwa wenn diese den Tarif wechseln. Grundsätzlich halte er es für eine bessere Strategie, wenn das Netz ausgebaut werde und nicht gedrosselt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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  • Die Begrenzung von Flatrates ist das Ende des freien Internets!

    Die Behauptung, dass Leitungen überlastet seien, ist eine Lüge. Macht das Vorgehen der Telekom Schule, kommt dies einer Zensur des Internets gleich.

    Telekom wird zu Drosselkom.

    Die Deutsche Telekom will den Datenfluss im Internet kontrollieren und einschränken. Dies ist ein einmaliger Vorgang in der jüngeren deutschen Kommunikationsgeschichte.

    Der ehemalige Staatskonzern operiert dabei mit dreisten Lügen und schreckt auch vor dummen Täuschungsmanövern nicht zurück: Angeblich würde die Leitungen dem steigenden Internetverkehr nicht standhalten. Der Traffic würde angeblich immer höhere Kosten verursachen.

    Dies ist nichts anderes als Betrug: Die Telekom zahlt als Platzhirsch praktisch gar nichts für den Internetverkehr.

    Selbst wenn sich der Traffic verzehnfachen sollte, ist dies nur mit relativ geringen Mehrkosten verbunden. Den Kunden aber wird etwas anderes erzählt.

    Der kleine Widerspruch, dass die datenintensiven Telekom-HD-TV Kanäle von den Restriktionen ausgenommen sind, nehmen Strategen in Bonn wohl in Kauf. Im Klartext bedeutet dies: Die Kunden werden für dumm verkauft.

    Die Aktion dient einzig der Zensur!!!

    Youtube & Co. wackeln in Zukunft oder laufen gar nicht mehr, während die Mainstream-Gülle in HD unbeschadet über die Monitore flimmert.

    Das Vorgehen der Deutschen Telekom ist ein ungeheuerer Affront nicht nur gegen die Freiheit des Internets, sondern gegen die Freiheit selbst.

    Es ist deshalb notwendig, mit aller Härte gegen diese Ansinnen vorzugehen. Nutzen wir die noch "freien Märkte".

    Strafen wir die Telekom ab, in dem wir auf alle Produkte des Konzerns verzichten und Verträge kündigen.

  • fast überall auf der welt sind schnellere breitband leitung verlegt (selbst in entwicklungsländern)als in deutschland, es gab zeiten da war die telekom inovativ das ist aber schon lange her, ich weiss noch das vor einem jahr in unsere stadt telekom mitarbeier rumgelaufen sind mit verträgen und für die neue leitung (wurde gerade überall verlegt) geworben haben, jetzt ein jahr später haben wir die etwas schnellere leitung und jetzt soll gedrosselt werden wer nicht bereit ist einen mehrbetrag zu zahlen.

    ps

    telekom du hast es verdient wenn dir deine kunden weglaufen "mir letztes jahr ne neue schnelle leitung gelegt und nun setzt du mir die pistole auf die brust und verlangst jetzt von mir mehr geld ansonsten wird meine leitung gedrosselt"

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