Düsseldorfer Terrassengespräch Nicht immer mit den Wölfen heulen

Beim fünften Düsseldorfer Terrassengespräch debattierten die Chefredakteure von „Zeit“ „Wirtschaftswoche“ und Handelsblatt über den Qualitätsjournalismus der Zukunft. Was bleibt – und was muss sich ändern?

„Der Presse ist die Fairness verloren gegangen"

„Der Presse ist die Fairness verloren gegangen"

DüsseldorfGleich zu Beginn des Abends gab es ein dickes Lob in eigener Sache: Deutschland habe die besten Medien der Welt, sagte Giovanni di Lorenzo, seit 2004 Chefredakteur der Wochenzeitung „Die Zeit“. Und doch stecken deutsche Medienhäuser – und mit ihnen der gesamte Journalismus - in einem tiefgreifenden Wandel. Die Digitalisierung hat die Anzahl der Kanäle, über die Journalisten ihre Nachrichten verbreiten können, vervielfacht.

Und nicht nur Journalisten nutzen die neuen Kommunikationswege – darunter Blogs, Twitter, Instagram oder Facebook – sondern auch immer mehr engagierte Bürger. Dazu gelangen neue Medienformate auf den Markt, von der Onlinezeitung Huffington Post über Google News bis hin zu Blendle, jenem niederländischen Start-up, das einzelne Zeitungsartikel verkauft.

Was wird aus dem Qualitätsjournalismus?
Düsseldorfer Terrassengespräch
1 von 13

Freuen sich auf das fünfte Düsseldorfer Terrassengespräch: Frank Behrendt, Vorstand der Beratung Fischer-Appelt, Egbert Deekeling, Senior Partner von Deekeling Arndt, und Susanne Marell, CEO der PR-Agentur Edelman (v.l.).

Düsseldorfer Terrassengespräch
2 von 13

Hermann Bühlbecker, Inhaber der Printenfabrik Lambertz, hat schon einige Terrassengespräche der Verlagsgruppe Handelsblatt besucht.

Düsseldorfer Terrassengespräch
3 von 13

Gastgeber Gabor Steingart, Herausgeber des Handelsblatts, gab gut gelaunt die Einführung zum Thema des Abend: „Was wird aus dem Qualitätsjournalismus?“

Düsseldorfer Terrassengespräch
4 von 13

Drei Chefredakteure auf dem Podium: Giovanni di Lorenzo („Die Zeit“), Sven Afhüppe (Handelsblatt) und Miriam Meckel („Wirtschaftswoche“). Geleitet wurde die muntere Runde von ZDF-Moderatorin Dunja Hayali (v.l.).

Düsseldorfer Terrassengespräch
5 von 13

Wetterbedingt fand die Talkrunde nicht wie üblich auf der Terrasse, sondern im Foyer des Verlagshauses statt.

Düsseldorfer Terrassengespräch
6 von 13

Wirtschaftswoche-Chefredakteurin Miriam Meckel: „Print gegen Digital – die Diskussion geht mir so auf die Nerven.“

Düsseldorfer Terrassengespräch
7 von 13

Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: „Die Toleranz der Leser gegenüber abweichenden Meinungen hat abgenommen.“

Was heißt das alles für den Qualitätsjournalismus? Gleich drei Chefredakteure traditionsreicher Publikationen gingen dieser Frage am Mittwochabend beim fünften Düsseldorfer Terrassengespräch nach: neben di Lorenzo waren dies Miriam Meckel, Chefredakteurin des Magazins „Wirtschaftswoche“ sowie Sven Afhüppe, Chefredakteur des Handelsblatts; beide Medienmarken gehören zur Verlagsgruppe Handelsblatt.

Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart zitierte zu Beginn der Veranstaltung, die aus Temperaturgründen nicht im Freien, sondern im Foyer stattfand, den Schriftsteller und Spötter Karl Kraus: Ein Journalist sei einer, der keinen Gedanken habe, aber gut darüber schreiben könne. ZDF-Moderatorin Dunja Hayali, die die Gesprächsrunde leitete, ging sanfter mit den drei Chefredakteuren um, als sie eingangs fragte, was denn nun eigentlich Qualitätsjournalismus überhaupt sei.

Di Lorenzo, der das Selbstverständnis einiger seiner Kollegen in der Branche kennt, meinte, dass dies am Ende alle über ihre eigene Arbeit behaupten würden. „Der Begriff ist schwammig geworden.“ Afhüppe hingegen definierte Qualitätsjournalismus als unabhängigen, sorgfältigen Journalismus. „Das Gegenteil von Recyclingjournalismus, bei dem journalistische Recherche eingestellt wird, nur um schnell zu sein, und vielmehr der eine vom anderen abschreibt.“

Eine „Kultur des Verzeihens“ fehlt
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Düsseldorfer Terrassengespräch - Nicht immer mit den Wölfen heulen

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%