Düstere Quartalsbilanz
Handy-Chips reißen Infineon ins Minus

Der Münchener Halbleiterkonzern Infineon hat im dritten Geschäftsquartal überraschend rote Zahlen geschrieben. Ausgerechnet die Speicherchip-Sparte Qimonda, die ausgegliedert werden soll, verhinderte Schlimmeres.

HB MÜNCHEN. Bei nahezu stagnierenden Umsätzen von 1,97 Mrd. Euro habe der Verlust in den Monaten April bis Juni 23 Mill. Euro betragen, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Der Gewinn aus dem Börsengang der gemeinsam mit dem südkoreanischen Halbleiterkonzern Hynix betriebenen Tochter Inotera von 30 Mill. Euro sei durch Wertminderungen und Konzernumbaukosten aufgezehrt worden; hinzu kam ein schlechtes Abschneiden der Logikchip-Sparte. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Periodengewinn von 30 Mill. Euro gerechnet. Im vorbörslichen Handel gab die Infineon-Aktie 3,6 Prozent nach.

Das Betriebsergebnis sei hingegen im abgelaufenen Quartal (per Ende Juni) von 28 auf 49 Mill. Euro angestiegen, was der Chiphersteller vor allem auf Zuwächse in der Speicherchipsparte Qimonda zurückführte. Das Betriebsergebnis Qimondas, die Anfang August an die New Yorker Börse gehen soll, habe sich bei leicht wachsenden Umsätzen auf 100 Mill. Euro nahezu verfünffacht. Der Anstieg sei auf höhere Auslieferungszahlen und bessere Preise auf dem Markt für Speicherchips zurückzuführen, hieß es.

Verlust mit Chips für Handys

Hingegen hätten die beiden Logikchip-Segmente Rückgänge hinnehmen müssen. Das Geschäft mit Chips für die Kommunikationsbranche habe bei einem Umsatzrückgang von 14 Prozent seinen operativen Verlust verglichen mit dem Vorquartal auf 61 Mill. Euro mehr als verdoppelt. In diesem Segment seien die Infineon-Produkte schlechter gelaufen. Für zusätzliche Belastungen hätten Wertminderungen sowie Restrukturierungskosten gesorgt.

Infineon ist bislang stark abhängig vom Absatz seines größten Kunden unter den Mobilfunkherstellern, BenQ Mobile, abhängig, der aber stetig Marktanteile verliert. Durch eine breitere Abnehmerbasis soll sich bereits im laufenden Quartal die Umsatz- und Ertragslage wieder verbessern, hieß es. Erst kürzlich hatte Infineon den südkoreanischen Elektronikkonzern LG als Großkunden gewonnen.

Das zuletzt florierende Geschäft mit Halbleitern für die Autobranche und die Industrie habe ebenso einen Dämpfer hinnehmen müssen. Bei nahezu stagnierendem Umsatz sei der Betriebsgewinn um knapp ein Viertel auf 57 Mill. Euro zurückgegangen. Das Geschäft habe sich gegenüber dem außerordentlichen starken zweiten Quartal nun wieder normalisiert, hieß es.

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