Der Boom des Navi-Geschäfts fängt gerade erst an. Doch schon heute ist Tele Atlas ein begehrtes Übernahmeziel. Am Freitag geht der Kampf um den Straßenkartenanbieter in die nächste Runde: Die Aktionäre von Tele Atlas stimmen über die Milliardenofferte von Tomtom ab.
AMSTERDAM. Der Mann hat die Zukunft schon genau vor Augen: Wenn er künftig an irgendeinem Flughafen der Welt aus der U -Bahn steigt, verlässt er sich nicht mehr auf teilweise verwirrend angebrachte Schilder, die ihm den Weg zum Schalter seiner Fluggesellschaft weisen. Ein Navigationsgerät soll ihn im Flughafen-Gebäude dirigieren. „Die Darstellung wird mit der Zeit immer detaillierter“, sagt Hans-Jörg Lindner, Manager bei Tele Atlas, einem Kartenhersteller für Navigationssysteme. In ein paar Jahren sei daher auch die Navigation in geschlossenen Räumen möglich.
Solche Visionen sind offenbar Milliarden wert – zusammen mit all den Daten, die Tele Atlas heute schon bietet, machen sie das Unternehmen zu einem begehrten Übernahmeziel. Liefert es doch die wichtigste Ware in dem rasant wachsenden Markt der mobilen Navigationsgeräte.
Vor gut einem Monat ist ein Wettstreit um Tele Atlas entbrannt – zwischen den beiden Herstellern elektronischer Wegweiser Tomtom
und Garmin.
Am Freitag geht der Kampf in die nächste Runde: Um zwölf Uhr treffen sich die Aktionäre von Tele Atlas im Amsterdamer Hilton-Hotel, um auf einer außerordentlichen Hauptversammlung über die Übernahme-Offerte von Tomtom
zu diskutieren.
Tomtom,
Tomtom
Den Markt für Karten beherrschen seit je Tele Atlas sowie Navteq
aus den USA. Und das Unternehmen will bereits der Handyproduzent Nokia
für 5,7 Milliarden Euro übernehmen. Für Tomtom
bleibt also nur Tele Atlas übrig.
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