Solange die Transaktionen noch nicht abgeschlossen sind, schließen Branchenbeobachter nicht aus, dass sich weitere Bieter in den Kampf einschalten und die Preise in die Höhe treiben. Weil Navigationsgeräte ähnlicher und damit austauschbarer werden, kommt es stärker auf die Inhalte an. Die technischen Möglichkeiten sind noch lange nicht ausgereizt.
Bislang waren die handlichen Minicomputer meist nicht mehr als aufgemotzte Landkarten: ein kleiner Bildschirm, darauf bunte Linien mit einem Pfeil und eine Stimme, die den Weg angibt. Dennoch ist der Erfolg enorm: 2006 gingen in Deutschland zwei Millionen solcher Geräte über den Ladentisch. Dieses Jahr, schätzt der Branchenverband GfU, werden es 3,6 Millionen sein.
Und das ist nur der Anfang: "Die Navigationsbranche wächst so stark wie das Mobilfunkgeschäft in den 90er-Jahren“, schwärmt Goddijn. Wer den Tomtom
-Chef
in der Zentrale besucht, der versteht schnell, wovon er spricht. Die Expansion ist hier hörbar. In einer Ecke des Großraumbüros sprechen einige Männer und Frauen französisch, gleich daneben sind die Schreibtische der Italiener und Spanier. Ein paar Meter weiter diskutiert eine Gruppe Polen.
Die meisten dieser Mitarbeiter sind neu in der Rembrandtplein 35 in Amsterdam. In dem gesichtslosen Bürotrakt im Zentrum der Stadt arbeitet die internationale Gruppe auf engstem Raum, um die Anrufe der Kunden in deren Muttersprache zu beantworten. Im Monatsrhythmus kommen neue Call-Center-Beschäftigte aus weiteren Nationen dazu, denn Tomtom
wächst rasant.
Wäre da nicht der Konkurrent aus Finnland, müsste sich Tomtom
-Chef
Goddijn wohl nicht so viele Gedanken um die Zukunft machen. Doch Nokia
lässt keinen Zweifel daran, dass es tiefer in das Geschäftsfeld von Tomtom
vordringen will. Geht es nach Nokia
-Chef
Olli-Pekka Kallasvuo, werden Navigationsgeräte nicht nur Autos, sondern auch Fußgängerzonen erobern. Die ersten Nokia
-Handys
mit satellitengestützter Wegweiser-Funktion sind bereits auf dem Markt. Mit Navteq
im Rücken will Nokia
offenbar Spezialisten wie Tomtom
das Leben schwermachen.
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