Noch vor fünf Jahren war das Unternehmen eine Garagenfirma mit 20 Leuten. Jetzt beschäftigt Tomtom
mehr als 1 000 Mitarbeiter und wird bis zum Jahresende wohl Geräte für knapp 1,8 Milliarden Euro verkaufen.
Das Geschäft beruht auf einem einfachen Prinzip. Minicomputer werden mit digitalem Kartenmaterial gefüttert. Der Standort des Nutzers wird per Satellit ermittelt. Die Angaben sind so genau, dass Assistenzsysteme einschreiten könnten, wenn ein Fahrer zu schnell in eine Kurve fährt.
Die digitalen Karten entwickeln die Unternehmen aus dem Blickwinkel der Nutzer. An einem Autobahnkreuz erfassen die Experten beispielsweise jede einzelne Spur, um dem Autofahrer genaue Anweisungen geben zu können, wo er sich zu welchem Zeitpunkt einzuordnen hat.
Was derzeit noch sehr nach elektronischer Landkarte aussieht, wird bald eher als eine Art Film daherkommen. Denn die Kartenproduzenten sind dabei, die Innenstädte dreidimensional darzustellen. "Das entspricht noch nicht zu 100 Prozent der Realität. Aber es ist eine Hilfestellung für die Autofahrer“, sagt Hans-Jörg Lindner von Tele Atlas.
Sein Kollege von der Konkurrenz, Navteq
-Manager
Ralf Düngen, gerät regelrecht ins Schwärmen, wenn er von den weiteren Möglichkeiten erzählt – von elektronischen Karten von Freizeitparks, Golfanlagen und Hotel-Ressorts. Oder von beeindruckenden Alpen-Panoramen: In einem dreidimensionalen Modell ragt das Karwendel-Gebirge auf dem Bildschirm in die Höhe, davor sind die Umrisse von Innsbruck zu sehen. „Das gibt Ihnen vor der Fahrt einen wunderbaren Eindruck von der Gegend, durch die Sie danach kommen werden“, sagt Düngen. "Und Sie können sich schon vorher überlegen, über welchen Pass Sie fahren und wo Sie Pause machen wollen.“

