Durch TPK-Anteilsverkauf
Balda wendet Liquiditätsengpass ab

Der finanziell angeschlagene Handyausrüster Balda will durch einen Teilverkauf seines Geschäftes mit Tastbildschirmen einen Liquiditätsengpass abwenden.

HB BAD OEYNHAUSEN. Der taiwanesische Miteigentümer Michael Chiang werde zwölf Prozent des 50-prozentigen Balda-Anteils an dem Touchscreen-Hersteller TPK übernehmen, teilte die Firma am Dienstag in Bad Oeynhausen mit. Damit sei die kurzfristige Finanzierung Baldas gesichert. Eine längst erwartete Einigung mit den Banken über die neue Finanzstruktur lässt indes noch bis Ende November auf sich warten. Bis dahin hätten die Banken das Stillhalteabkommen verlängert. Zuvor hatte Balda angekündigt, die Gespräche mit den Banken über die künftige Finanzierung im September abzuschließen. Ursprünglich war eine Einigung bis Ende August geplant.

Nach früheren Angaben des Vorstandes geht es um Schulden von rund 90 Mill. Euro. Das Management wollte sich über eine Kapitalerhöhung oder Wandelschuldverschreibung frisches Geld besorgen, scheiterte damit aber bei seinen Aktionären.

Über den Kaufpreis der TPK-Anteile sei Stillschweigen vereinbart worden, hieß es. Balda erhalte im Gegenzug neben dem Kaufpreis von Chiang fünf Prozent der Anteile an der Balda Investment Singapur (BIS) und sei damit wieder alleiniger Gesellschafter dieser Tochterfirma.

Balda werde sich künftig auf das Geschäft mit Kunststoffkomponenten und-systemen sowie Elektronikprodukten für die Kommunikation konzentrieren. Durch die Reduzierung des TPK-Anteils auf 38 Prozent werde die Firma ab dem vierten Quartal nicht mehr voll konsolidiert. Im Zuge der Kapitalerhöhung, an der sich Balda wegen der "angespannten Finanzlage" nicht beteilige, gehe der Anteil auf dann 33,5 Prozent zurück. Damit gingen künftig nur noch Gewinne oder Verluste in die Balda-Bilanz ein. Für das Gesamtjahr 2008 geht der Vorstand unverändert von einem operativen Gewinn aus. Nach Steuern sei aber wegen einer schwachen Entwicklung der TPK im zweiten Halbjahr ein Verlust nicht auszuschließen. 2007 hatte die Firma einen Fehlbetrag von rund 73 Mill. Euro verbucht.

Anfang August hatte das Unternehmen die Prognose eines Vorsteuergewinns von 24 Mill. Euro und eines Umsatzes von 414 Mill. Euro im Gesamtjahr bekräftigt, aber vor "Unwägbarkeiten" gewarnt.

Früheren Angaben zufolge soll der geplante Verkauf einer Immobilie am Stammsitz Bad Oeynhausen und der Medizintechnik-Tochter Balda Medical noch in diesem Jahr, spätestens aber Anfang 2009 helfen, die Schulden zu senken. Mitte Mai hatte Balda das defizitäre deutsche Handyschalen-Geschäft an die Hanse Industrie Kapital (Hamburg) veräußert und die Touchscreen-Technologie zum neuen Kerngeschäft erhoben. Mit der bleibenden Beteiligung an TPK werde das Unternehmen davon aber weiter profitieren.

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