E-Books
Amazon greift mit Kindle den deutschen Buchmarkt an

Dem elektronischen Buch gehört die Zukunft - und Amazon, Hugendubel & Co. liefern sich mit preiswerten Lesegeräten bereits einen beinharten Wettbewerb um die Leser. Sehr zum Leidwesen kleinerer Händler.
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DüsseldorfOb nun Verheißung oder Drohung sei einmal dahingestellt: Dem elektronischen Buch gehört die Zukunft – da sind sich alle Experten einig. Und in der Tat klingen die Zuwachsraten beeindruckend: „Innerhalb von fünf Jahren erwarten wir in der Belletristik im Durchschnitt ein Jahreswachstum von über 50 Prozent“ sagt Werner Ballhaus, Medienexperte der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers.

Doch bei genauerem Hinsehen relativiert sich der Trend. Denn laut einer Studie des Unternehmens, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt, steigt der Marktanteil der E-Books bei Romanen und Erzählungen auf sieben Prozent an, allerdings bis zum Jahr 2016. Derzeit beträgt der Anteil gerade mal 1,4 Prozent. In den USA dagegen erreichen E-Books „schon in diesem Jahr voraussichtlich einen Marktanteil von annähernd 25 Prozent“, berichtet Ballhaus.

Deutschland hinkt also meilenweit hinterher - „und das ist gut so“, sagen viele, für die Lesen auch ein haptisches Erlebnis ist - und die neue Zeit ein Fluch. Leute also, die Buchstaben aus Druckerschwärze den blass leuchtenden Lettern auf einem Bildschirm vorziehen. Und dennoch tobt um die Leser von E-Books im Buchhandel ein beinharter Wettbewerb.

Viele Händler versuchen, mit dem Verkauf immer preiswerterer Lesegeräte, sogenannter E-Reader, vom digitalen Wachstumsmarkt zu profitieren. Am heutigen Mittwoch startet Amazon mit dem ersten deutschsprachigen Kindle. Der Termin für die Markteinführung des handlichen Lesegerätes ist nicht zufällig gewählt.

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  • Der Artikel ist tendenziös. Die Buchstaben auf den e-ink-Readern leuchten nicht blass, sie leuchten genau so wenig, wie die Buchstaben in einem gedruckten Buch. Wem ebook-Reader ein Greul sind, der kann problemlos weiter Bücher aus Papier lesen. Er sollte jedoch tolerieren, dass es viele Menschen gibt, die es schätzen, dass sie keine dicken Wälzer mehr in Händen halten müssen oder im Urlaubsgepäck mitschleppen sondern die Sache eleganter lösen können. Im übrigen: Das was ein Buch ausmacht ist nicht die äußere Hülle sondern sein Inhalt. Das sollten Vielleser, zu denen auch viele Intelektuelle gehören, eigentlich wissen.

  • Es ist nicht der Preis der Lesegeräte, der maßgeblich für eine Kauf- oder Nichtkaufentscheidung ist; es sind die Preise der Bücher.

    Ich lese viel in Buch und mit dem Kindle, aber wenn ich für eine Kindle Datei fast so viel ausgeben muss wie für ein gedrucktes Buch, dann bevorzuge ich das Buch. Einen Kindle im Bücherregal liegen zu haben, bringts irgendwie nicht wirklich. Das ist nix für die Seele.

    Wo ich meinen Kindle liebe ist, wenn er mir 1000 Seiten Bücher leichter macht. Und das tut er ohne Zweifel.

    Ich denke, es kann beides nebeneinander existieren. Im Wesentlichen kommt es doch nur auf den Inhalt an.

    BTW: Inhalt..... Schon mal bemerkt, dass erotische Bücher echte Kindle Hits sind. Ist ja auch toll, dass man(n) die auf dem Kindle ohne verräterisches Cover lesen kann.... sogar in der Bahn und im Flugzeug. ;-) *g* Und das gibt auch noch so einen modernen Touch... wunderbar *g*

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