Ebitda-Ziel wird verfehlt
T-Mobile unter den Erwartungen

Die deutsche Mobilfunktochter der Deutschen Telekom wird ihr selbst gestecktes Ziel beim operativen Gewinn im laufenden Geschäftsjahr verfehlen.

HB BONN. In einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Interview einer T-Mobile-Mitarbeiterzeitung sagte der Deutschland-Chef von T-Mobile, Timotheus Höttges: „Neben den Zielen Kundenzufriedenheit Europa, Operating Free Cash Flow TMO, Ebitda TM, ist insbesondere der für uns wichtigste Zielwert - Ebitda TMD - zur Jahresmitte deutlich unter den Erwartungen.“ Die deswegen eingeleiteten Maßnahmen wirkten teilweise erst mit zeitlicher Verzögerung. Deshalb ist „hier auch für das Gesamtjahr mit einer deutlichen Zielunterschreitung zu rechnen“, fügte Höttges hinzu. Bis 2006 sollen in den europäischen Mehrheitsbeteiligungen von T-Mobile Kosten in Höhe von einer Milliarde Euro eingespart werden.

An der Börse gaben die Aktien der Muttergesellschaft Deutsche Telekom im Handelsverlauf deutlich nach und büßten mehr als 1,3 % auf 15,09 € ein. Ein T-Mobile-Sprecher wollte sich nicht zu den Geschäftszahlen des Unternehmens äußern und verwies auf die am Donnerstag geplante Veröffentlichung der Geschäftszahlen für das dritte Quartal.

T-Mobile hat bislang die Erwartungen an das Gesamtjahr in Bezug auf die wichtigen Unternehmenskennzahlen Free Cash Flow und Ebitda (Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen) nicht publiziert. Das Ebitda aller T-Mobile-Beteiligungen im In- und Ausland soll sich im laufenden Jahr auf 7,8 Mrd. € summieren. T-Mobile Deutschland und T-Mobile USA sind mit Abstand die beiden größten Mobilfunktöchter im Telekom-Konzern.

Im Deutschland-Geschäft war in den ersten beiden Quartalen die Ebitda-Marge (Ebitda-Anteil am Umsatz) auf bis zu 35,4 % eingebrochen. Für das Gesamtjahr hat T-Mobile einen Wiederanstieg der Marge auf rund 40 % in Aussicht gestellt und dazu unter anderem ein Kostensenkungsprogramm eingeleitet und Kundenrabatte reduziert. Ursache für den Margen-Einbruch im ersten Halbjahr waren hohe Marketingkosten für die Einführung neuer Pakettarife und die Kosten für das neue Mobilfunknetz UMTS.

Aus Sicht der Analysten und Investoren muss T-Mobile als Marktführer eine operative Gewinnmarge von über 40 % erwirtschaften. Nach Einschätzung von Hannes Wittig, Telekom-Analyst bei Dresdner Kleinwort Wasserstein, handelt sich bei der Aussage zum Ebitda im Gesamtjahr nicht um eine neue Prognose. „Es ist klar, dass man nicht unbedingt die Hochglanz-Meldungen herausstellt, wenn man die Mitarbeiter darauf vorbereitet, dass man ihnen Opfer zumuten will,“ erläuterte Wittig.

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