eBooks laufen mäßig
Warum die Deutschen weiter ihre Bücher lieben

Anlässlich der Leipziger Buchmesse prognostiziert die Branche für das laufende Jahr einen Boom der E-Books. Die Deutschen greifen jedoch weiter lieber zum gedruckten Buch - Lesegeräte seien einfach noch zu teuer.
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DüsseldorfDie Katastrophe in Japan macht dem US-Computerhersteller Apple gerade einen Strich durch die Rechnung. Steve Jobs musste wegen Lieferprobleme den Start des iPad2 in Nippon verschieben. Der ultraflache Tablet-PC ist heute das wichtigste Lesegerät für elektronische Bücher.

Auf der Leipziger Buchmesse spielen elektronische Lesegeräte dagegen nur eine Nebenrolle. Tausende von Bücherliebhabern eilen durch die Messehallen vor allem auf der Suche nach gedruckten Inhalten.

Nicht nur die Leser, sondern auch die Buchhändler bleiben skeptisch. Im Sortimentsbuchhandel geht nach einer gestern vorgelegten Umfrage mehr als ein Fünftel aller Unternehmen von einer guten Umsatzentwicklung in diesem Jahr aus – trotz des Hypes um das E-Book. Zuletzt hatten die Erlöse mit Sachbüchern deutlich angezogen.

„Die Deutschen sind derzeit beim Thema E-Book noch zurückhaltend. Gedruckte Bücher werden noch über 2015 hinaus vier Fünftel des Marktes abdecken“, ist das Fazit einer repräsentativen Studie, die der Börsenverein des Deutschen Buchhandels gemeinsam mit GfK Panel Services durchgeführt hat. Jetzt liegen zum ersten Mal belastbare Zahlen vor. Befragt wurden Anfang des Jahres 1800 Sortimenter und 1850 Verleger.

Zurückhaltung ja – so machten die Verlage im vergangenen Jahr nur ein Prozent des Umsatzes mit E-Books – aber es gibt noch eine andere Kernaussage der Studie: Der Börsenverein, als Verband der Buchhändler und Verlage, prognostiziert die Kernschmelze des gedruckten Buchs. „Der Durchbruch für das E-Book kommt dieses Jahr, wir erleben gerade die Stunde null“, ist Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, sicher und fügt an: „aber noch nicht im Umsatz. Das E-Book fängt an, Fuß zu fassen. Der Markt formiert sich.“

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