Ehrgeizige Ziele gesetzt
Vodafone versucht's ohne Stellenabbau

Seit Wochen wird über einen massiven Stellenabbau beim zweitgrößten deutschen Mobilfunkbetreiber spekuliert, da das Wachstum von Vodafone in den Kernmärkten derzeit nur schleppend verläuft. Am Freitag wurden nun konkrete Maßnahmen präsentiert. Die Mittelfristziele sind ehrgeizig, sollen aber ohne Arbeitsplatzabbau erreicht werden.

HB DÜSSELDORF. In den kommenden Jahren wolle man Vorreiter beim Umsatzwachstum sein, kündigte der neue Geschäftsführer Friedrich Joussen im Gespräch mit Dow Jones Newswires an. Den Datenumsatz und die Zahl der Telefonminuten will er verdoppeln und dafür auch weiter die Preise drücken. Zur Zukunft der Festnetzschwester Arcor fällt nach Darstellung von Joussen möglicherweise schon Ende Mai eine Entscheidung. Klar sei, dass Vodafone für seine Kunden eine Breitband-Komponente brauche.

Joussen, der seit Oktober an der Spitze des Düsseldorfer Unternehmens steht, hat ein Sechs-Punkte-Programm aufgelegt, das mit dem Beginn des neuen Geschäftsjahres 2006/07 am 1. April angelaufen ist. „Wir wollen beim Umsatz stärker zulegen als der Markt“, betonte der Manager. Diese Ankündigung kommt zu einer Zeit, in der die gesamte Branche unter Druck steht. Scharfer Wettbewerb und sinkende Einnahmen aus Festnetz-Anrufen machen den Mobilfunkern zu schaffen. Vodafone etwa hat im letzten Quartal 2005 nur stagnierende Erlöse erzielt.

Mobile Datenkommunikation im Fokus

Wie Marktführer T-Mobile und der kleinste Anbieter O2 setzt das Unternehmen besonders auf die noch relativ schwach ausgeprägte mobile Datenkommunikation, die es vor allem mit Musik und Fernsehen auf dem Handy ankurbeln will. Den Umsatz mit Datendiensten, der Ende vorigen Jahres 4,7 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachte, will Joussen in den nächsten Jahren verdoppeln. Zum genauen Zeitraum wollte er sich mit Blick auf die Schweigepflicht vor Bekanntgabe der Jahreszahlen in einem Monat nicht äußern.

Zum Wachstum beitragen soll auch eine starke Ausweitung der Mobilfunkminuten, was Joussen in erster Linie über weitere Preissenkungen erreichen will. „Wir schalten hier in den Vorwärtsgang“, sagte er. Die geplante Tarifoffensive zielt nicht auf die reinen Minutenpreise in Konkurrenz zu den Billiganbietern, sondern auf attraktivere Paketlösungen ab. Zugleich will Joussen die Tarifstruktur vereinfachen und die Palette der Dienste bereinigen. Die Discounter bereiten dem Vodafone-Chef auf längere Sicht keine große Sorgen - eine Reihe von ihnen werde wieder von der Bildfläche verschwinden, glaubt er.

Seite 1:

Vodafone versucht's ohne Stellenabbau

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%