Eigenes Betriebssystem Tizen
Samsungs letzte Chance

Google wird es nicht gefallen: Samsung hat das erste Gerät mit dem Betriebssystem Tizen vorgestellt. Mit der Android-Alternative setzt sich der Konzern ein Stück vom Partner ab – es geht um das Geschäft der Zukunft.
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San FranciscoWährend Apple diese Woche ein paar Straßenzüge weiter vor tausenden Entwicklern neue Funktionen für seine Smartphone-Software zeigte, präsentierte Samsung in San Francisco vor ein paar Hundert direkt ein neues Telefon. Das Samsung Z mit brillantem 4,8-Toll AMOLED-Bildschirm läuft mit dem hauseigenen Betriebssystem Tizen. Es wird das erste kommerziell verfügbare Tizen-Smartphone sein und  die letzte Chance für den koreanischen Riesen, langfristig im Smartphone-Bereich noch Geld zu verdienen. Es ist eine Kampfansage an Google.

Das klingt verwunderlich angesichts der Tatsache, dass Samsung mit Abstand größter Anbieter von Smartphones mit der Google-Software ist. Aber Richard Windsor von Edison Investment Research fasst es so zusammen: „Es ist kaum Geld mit Android zu machen.“ Der Wert liege im sogenannten Ökosystem, also dem Drumherum mit Apps, Musik, Filmen, Lesestoff und Internet-Diensten – und das dominiert Google.

„Samsung hat irrtümlich angenommen, dass es seine Gewinnmarge von 18 Prozent alleine über Hardware sichern kann“, sagt Windsor. Deswegen habe der Konzern das Ökosystem Google überlassen. „Daher erwarten wir, dass Google schön über Werbeeinnahmen weiter wachsen wird und Samsung sinkende Gewinne zu verkraften haben wird.“ Windsor empfiehlt Samsung-Aktien zu verkaufen und das Geld in Google zu investieren.

Die Situation hatte zu immer mehr Verstimmung zwischen den beiden Partnern geführt die im Januar einen Burgfrieden schlossen. Samsung verzichtet darauf, Google-Dienste massiv durch eigene Angebote zu ersetzen. Windsor: „Aus purem Glück oder mit geschickter Strategie hat Google damit einen krachenden Sieg über Samsung erzielt.“

Die Koreaner brauchen also eine neue Strategie. Das Samsung Z ist der Versuch, selbst ein Ökosystem zu schaffen. Das erste Gerät damit wird zuerst in Russland im dritten Quartal eingeführt, später in China und Indien, den schnellst wachsenden Smartphone-Märkten.

Handelsblatt Online hatte auf der Tizen-Entwicklerkonferenz die Chance, das neue Modell in einem Schnelltest zu begutachten. Welchen Eindruck es hinterlassen hat, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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Starkes Smartphone, wenig Apps

Kommentare zu " Eigenes Betriebssystem Tizen: Samsungs letzte Chance"

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  • SUPER ! Endlich eine Alternative zu Google mit dessen offenen Hintertür zur NSA. Ein weiterer Hoffnungsschimmer gegen die NSA-Allmacht mit deren Kooperationspartnern Google, Microsoft, Facebook usw.

  • Na warten wir es mal ab.
    Man wird sehen, ob die Zeit für Bada damals einfach noch nicht gekommen war, oder ob der Markt tatsächlich kein weiteres Betriebssystem für Mobiltelefone aktzeptiert (Windows hat es ja bis dato auch nur bedingt geschafft).

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