Eigentümerfamilie lehnt Murdochs Offerte vorerst ab
Ringen um Dow Jones

Nach dem überraschenden Übernahmeangebot von News Corp. für den Wirtschaftsverlag Dow Jones rechnen viele Analysten an der Wall Street mit einem Bietergefecht.

NEW YORK. "Dow Jones ist ein Fisch, und wird von Haien umkreist", sagte Lawrence Haverty von der Investmentgesellschaft Gamco der Nachrichtenagentur Bloomberg. Zugleich wird heftig über die Motive von News-Corp-Chef Rupert Murdoch spekuliert. Während einige Beobachter den Schachzug für "brillant" halten, empfinden andere das Angebot als viel zu hoch.

News Corp. bietet 60 Dollar je Aktie für Dow Jones. Das sind zwei Drittel mehr, als die Aktie vor dem Angebot an der Börse kostete. Weil die Eigentümerfamilie Bancroft im Moment mit einer knappen Mehrheit dazu neigt, Murdoch einen Korb zu geben, sackte der Kurs am Mittwoch wieder leicht ab.

Dennoch notiert die Dow-Jones-Aktie mit 55 Dollar immer noch auf dem höchsten Stand seit fünf Jahren. Das zeigt die Hoffnungen der Börsianer auf ein höheres Angebot - entweder von Murdoch oder einem anderen Interessenten. "Ich habe keinen Zweifel, es wird einen neuen Eigentümer für Dow Jones geben", sagte Porter Bibb, Medienanalyst bei Mediatech Capital Partners.

Dass ein weitere Bieter auftritt, ist indes keineswegs sicher. An erster Stelle werden andere Zeitungshäuser wie die "New York Times" oder die "Washington Post" genannt. Es scheint jedoch fraglich, ob beide Häuser dafür die nötigen Finanzmittel aufbringen können. Als wenig wahrscheinlich gilt auch, dass sich Private-Equity-Gesellschaften um Dow Jones bemühen werden. Sie zahlen normalerweise eine Prämie von höchstens 30 Prozent. Das Angebot von Murdoch entspricht jedoch einem Aufschlag von 67 Prozent.

Bereits abgewinkt haben General Electric (GE) und der Nachrichtenkonzern Bloomberg. GE wurde von Analysten ins Spiel gebracht, weil Murdoch mit einer Übernahme von Dow Jones die Stellung einer Konzerntochter, des Wirtschaftsfernsehsenders CNBC, gefährden könnte. Murdoch plant einen eigenen Wirtschaftskanal. GE-Chef Immelt sagte jedoch, er habe mit Blick auf die schwierige Lage im Zeitungsgeschäft kein Interesse.

Bloomberg hatte vor einigen Jahren bereits die Chancen ausgelotet, den Konkurrenten zu übernehmen, teilte jetzt jedoch mit, man sei momentan nicht interessiert. Selbst Unternehmen wie Microsoft und Google wurden ins Spiel gebracht. Für sie wäre insbesondere eine Verbindung mit der Internetseite des "Wall Street Journals" interessant.

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