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Ein Jahr nach dem Tod von Steve Jobs: Apple lebt vom Erbe

Er war Visionär, Verkäufer, für einige Fans gar ein Messias: Vor einem Jahr starb Apple-Chef Steve Jobs. Heute steht der iKonzern besser da denn je. Aber wie lange? Der neue Chef muss seine Bewährungsprobe noch bestehen.

DüsseldorfApple erinnert an seinen legendären Mitgründer: Am ersten Todestag von Steve Jobs zeigte der Elektronikkonzern auf seiner Websitezunächst eine zweiminütige Diashow mit Bildern aus Jobs' Leben wie der Vorstellung von iPhone und iPod zu sehen, gefolgt von einem Brief von Konzernchef Tim Cook. Jobs habe die Welt in vielerlei Hinsicht besser gemacht, erklärte sein Nachfolger an der Apple-Spitze.

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Jobs hat Spuren hinterlassen: Seine Erfindungen revolutionierten ganze Branchen, seine Auftritte machten Schlagzeilen in aller Welt, sein Gesundheitszustand bewegte den Aktienkurs. Er prägte Apple wie kaum ein anderer Manager ein Unternehmen. Daher fragten sich nach seinem Tod vor einem Jahr am 5. Oktober viele: Was passiert mit dem iKonzern ohne den iGod? Heute sind die Zahlen so gut wie nie. Ob Apple ohne seinen Vordenker genau so visionär ist wie mit ihm, hat die neue Führungsriege allerdings noch nicht bewiesen. Bislang leben sie noch von seinem Erbe.

In der Geschichte von Apple gab Jobs die Impulse für alle wichtigen Produkte: Ende der 70er Jahre sah er das Potenzial der Rechenmaschinen, die sein Buddy Steve Wozniak zusammenlötete - der jüngere Steve vermarktete die Geräte geschickt und verhalf so dem Personal Computer zum Durchbruch. Anfang der 80er erkannte er, dass die grafische Benutzeroberfläche den PC zum Gerät für Jedermann macht, und kupferte schamlos die Idee von Xerox ab.

Und nach seiner Rückkehr 1997 machte er den Pleitekandidaten zum iKonzern, dessen Produkte ganze Branchen umkrempelten: Der iPod verhalf im Tandem mit der Plattform iTunes dem digitalen Verkauf von Musik zum Durchbruch; das iPhone war das erste echte Smartphone; das iPad schuf eine neue Gerätegattung, die bald den PC alt aussehen ließ. Nicht umsonst nannte US-Präsident Barack Obama Jobs „einen der größten Erfinder”.

Steve Jobs - Stationen seines Lebens

  • Der Visionär

    56 Jahre alt ist Steve Jobs geworden, dann starb der Apple-Gründer im Kreise seiner Familie. Ein Überblick über wichtige Stationen im Leben und in der beruflichen Laufbahn des Computer-Visionärs.

  • Kindheit und Jugend

    Stephen Paul Jobs kommt am 24. Februar 1955 zur Welt. Seine leiblichen Eltern geben ihn zur Adoption frei, Paul und Clara Jobs nehmen ihn auf - er ist Automechaniker, sie ist Büroangestellte. 1972 schreibt sich Steve im Reed College in Portland im US-Staat Oregon ein, er bricht das Studium aber nach einem Semester ab. Er experimentiert mit Drogen und beschäftigt sich mit dem Hinduismus. 1974 nimmt er einen Job beim Videospiele-Hersteller Atari an und besucht zusammen mit seinem einige Jahre älteren Schulfreund Steve Wozniak Treffen des Homebrew Computer Clubs.

  • Von der Garage an die Börse

    Kein Scherz: Jobs und sein Kumpel Steve Wozniak gründeten die Firma Apple Computer am 1. April 1976. Der dritte, heute fast vergessene Gründer war Ron Wayne. In einer Garage im Silicon Valley bauten die beiden den Prototypen des Apple I, der im Sommer für einen Preis von 666,66 Dollar auf den Markt kommt. 1977 stellt das Unternehmen den Apple II vor, den ersten Heimcomputer, der Farbgrafiken generieren kann. Er bringt den Durchbruch und einen Jahresumsatz von einer Million Dollar. 1980 geht Apple an die Börse, Jobs wird zum Multimillionär. Zwei Jahre später steigt der Jahresumsatz auf eine Milliarde Dollar. Jobs' Freundin Chrisann Brennan bringt 1978 die gemeinsame Tochter Lisa zur Welt.

  • Jobs gibt die Kontrolle ab

    Mit dem Börsengang geben die Gründer die Mehrheit ab. Ein erfahrener Manager soll an die Unternehmensspitze - Jobs wirbt 1983 für den Posten des Apple-CEO John Sculley von Pepsico ab. Apple entwickelt den Computer Lisa, der aber zum Misserfolg wird und nach zwei Jahren wieder vom Markt verschwindet. Anfang 1984 kommt der erste Mac auf den Markt, den ein Team um Steve Jobs entwickelt hat. Vermarktet wird der Rechner mit einem mittlerweile berühmten Werbespot von Regisseur Ridley Scott. Ein Jahr später kommt es zum Zerwürfnis zwischen Jobs und Sculley, das zu Jobs' Rücktritt führt. Auch Wozniak verlässt das Unternehmen.

  • Jobs ohne Apple: Next und Pixar

    Im Herbst 1985 verlässt Jobs mit einigen Vertrauten Apple und gründet Next. Das Unternehmen entwickelt hochwertige, teure Computer, die sich schlecht verkauften. 1993 stellt Next die Hardware-Produktion ein und konzentriert sich auf Software. Mehr Erfolg hat Jobs mit dem Trickfilmstudio Pixar, das er für zehn Millionen Dollar kauft. Die Firma bringt 1995 „Toy Story“ in die Kinos, den erste vollständig computeranimierten Film. Bald danach geht die Firma an die Börse. 2006 verkauft wird Pixar für 7,4 Milliarden Dollar an Disney verkauft. Jobs wird größter Einzelaktionär des Unterhaltungsriesen. 1991 heiratet er Laurene Powell, mit der er drei Kinder bekommt.

  • Apple ohne Jobs: Krisenzeiten

    Apple und IBM gehen 1991 eine Kooperation zur Entwicklung neuer Microprozessoren und Software ein. Apple stellt das PowerBook vor, das einigen Erfolg hat. 1993 stellt das Unternehmen den Newton vor, einen tragbaren Computer. 1995 kommen die ersten Mac-Klone anderer Anbieter heraus. Unter dem Druck der Windows-Konkurrenz rutscht Apple in die roten Zahlen, schließlich wird CEO Sculley im Februar 1996 vom bisherigen Apple-Präsidenten Michael Spindler abgelöst.

  • Die Rettung von Apple

    Apple braucht 1996 dringend ein neues Betriebssystem und kauft Jobs' Unternehmen Next für 430 Millionen Dollar. Ein Jahr später kehrt Steve Jobs zu Apple als Berater und bald als De-Facto-Chef zurück - er nennt sich iCEO: Interimschef. Jobs krempelt das Management des fast insolventen Unternehmens um und räumt die Produktpalette auf, die Mac-Klone werden eingestellt. 1998 kehrt Apple in die Gewinnzone zurück und stellt den iMac vor. Im Jahr 2000 wird Jobs wieder CEO.

  • iPod, iPhone, iPad

    In wenigen Jahren krempelt Apple mehrere Branchen um. 2001 kommt der iPod heraus, zwei Jahre später geht die Musik-Plattform iTunes wird mit 200.000 Songs für jeweils 99 Cent online. In der ersten Woche werden eine Million Songs verkauft. 2007 folgt das iPhone, das den Handymarkt revolutioniert. Menschenmassen warten in der Nacht vor dem Verkaufsstart vor den Geschäften, um eines der ersten Telefone zu erwerben. 2010 kommt das iPad heraus - es wird zu einem Renner: 15 Millionen Exemplare gehen in nur neun Monaten über den Ladentisch. Mit dem iPad wird die neue Kategorie der Tablet-Computer begründet.

  • Zweifel an Jobs' Gesundheit

    Im Herbst 2003 erfährt Jobs, dass er Bauchspeicheldrüsenkrebs hat. Mehrere Monate versucht er, die Erkrankung ohne die Methoden der Schulmedizin zu bekämpfen. Erst 2004 unterzieht er sich einer Operation. Die Sorge um Jobs' Gesundheit bleibt und bewegt sogar den Aktienkurs von Apple. 2009 erklärt der CEO seinen deutlich sichtbaren Gewichtsverlust mit einem behandelbaren hormonellen Ungleichgewicht und bekräftigt, Apple weiterhin zu führen. Im selben Jahr unterzieht er sich einer Lebertransplantation.

  • Abschied in Raten

    Im Januar 2011 kündigt Jobs einen befristeten Ausstieg aus dem Tagesgeschäft aus gesundheitlichen Gründen an, hält aber an seinem Amt als CEO fest und stellt fest, dass er an strategischen Entscheidungen weiterhin beteiligt ist. Im August veröffentlicht Apple eine Erklärung, nach der Jobs als CEO zurücktritt und in den Aufsichtsrat des Unternehmens wechselt. Am 5. Oktober 2011 stirbt der Apple-Gründer.

Jobs war keine Ein-Mann-Show, jedoch die dominante Führungsfigur. Und die kann schwerlich einer allein ersetzen - aber vielleicht eine Führungsriege. Bald nachdem Jobs von seiner Krebserkrankung erfuhr, begann er, seine Nachfolger aufzubauen. Tim Cook soll als CEO das geschäftliche Gespür mitbringen, Jony Ive als Chefdesigner die künstlerische Ader.

Marketing-Chef Phil Schiller erhält bei den berühmten Produktpräsentationen oft das Wort. Einen Dämpfer bekam gerade der ehrgeizige Software-Experte Scott Forstall, der für die Plattform iOS zuständig ist und ähnlich wie Jobs als schwieriger Charakter gilt - das Desaster um den Kartendienst Maps wird ihm angelastet.

Zudem will Apple seine Mitarbeiter die Erfolgsformel des Meisters lehren. Dafür richtete der Konzern mit Hilfe des Harvard-Professors Joel Podolny eine „Apple University” ein. Jobs habe sein Erbe bewahren wollen, sagte ein ehemaliger Mitarbeiter der LA Times: „Die Idee war, das Einzigartige von Apple zu nehmen und ein Forum zu schaffen, um diese DNA an künftige Generationen von Apple-Mitarbeitern zu vermitteln.

” Die wichtigsten Prinzipien: Verantwortlichkeit, Aufmerksamkeit fürs Detail, Perfektionismus, Einfachheit, Verschwiegenheit. Apropos: Offiziell äußert sich Apple nicht zu seiner Kaderschmiede. Doch die DNA-Übertragung funktioniert, sagt Van Baker, Analyst beim IT-Marktforschungsunternehmen Gartner: „Steves Prinzipien sind stark in der Management-Kultur verankert.” Es gebe klar definierte Prozesse, von denen die Mitarbeiter nicht abwichen.

Produkte Apples Erfolgsgeschichte

  • Produkte: Apples Erfolgsgeschichte
  • Produkte: Apples Erfolgsgeschichte
  • Produkte: Apples Erfolgsgeschichte
  • Produkte: Apples Erfolgsgeschichte

Reicht das? Ist Jobs ersetzbar? Geht es allein nach den aktuellen Zahlen, lautet die Antwort eindeutig: ja. Die Kunden kaufen die Produkte wie eh und je. Nach der Vorstellung des iPhone 5 kletterte die Aktie zwischenzeitlich auf ein Allzeithoch von mehr als 700 Dollar; keine andere Firma auf der Welt ist so wertvoll wie Apple. Mit den Reserven von mehr als 117 Milliarden Dollar könnte Apple auf einen Schlag mehrere Dax-Konzerne kaufen. Doch das ist in der schnelllebigen Branche nur eine Momentaufnahme. Auch Microsoft war mal das größte Unternehmen der Welt.

  • 05.10.2012, 12:14 UhrKaumzuglauben

    @EuroTanic: Ganz genau, so sieht's aus. Das I-Phone taugt im Übrigen auch kaum noch zum Statussymbol, weil jeder I**** mittlerweile eins hat und wenn er dafür seine Oma beleihen oder bei der Tafel anstehen muss. Als Apple noch der Underdog war, war Microsoft verhasst. Mittlerweile nutzt Apple seine Marktmacht -die sich auch in der gnadenlosen Selektierung von Inhalten widerspiegelt- gnadenlos aus und keinen interessiert's, keiner schreit auf. Stattdessen kaufen die Leute wie die Bekloppten alles mit nem angefressenen Apfel drauf. Und wenn ein Adapter 100 EUR kostet, egal. Kein Wunder, dass Apple so profitabel ist. Es ist eine echte Gehirnwäsche, die da betrieben wird.

  • 05.10.2012, 11:23 Uhrblack

    ich hab ´n iPhone, ´n MacBook, ´n iMac xfach und auch ´n iPad und blablabla. Trotzdem lasse ich mich nicht in die Apple-Idiotenecke schieben, nur weil ich einen Apfel auf dem Gehäuse habe.
    Ich weis die Vorteile dieser Geräte durchaus zu schätzen, genauso wie ich kritisch die Nachteile betrachte.
    Das fängt bei Apple wie auch bei anderen Herstellern ( da gehört auch der Schweinekonzern SAMSUNG dazu ) bei A an und hört bei Z auf. Das nimmst sich alles nichts.

    Mal etwas zu den Preisen:
    man sollte einfach einmal im Auge behalten, das "teuer" und "billig" immer im Auge des Betrachters liegt.

    Das ist wie bei den Autos: wenn ein Dacia 9.999€ kostet, ist der für mich 10.000€ zu teuer; weil dieses Ding einfach nicht mein Ding ist. Wobei ich 500T für einen DB5 völlig in Ordnung finde.

    Die Leute sollen einfach machen wie sie wollen; das ist mir ziemlich egal. Wer allerdings glaubt mit einem bescheuerten Telefon, von wem auch immer, hip zu sein ... ist ohnehin nicht zu retten.

    In diesem Sinne: Apple GeniusBar; haben Sie einen Termin ?


  • 05.10.2012, 11:20 UhrPetersen

    @ mcxsv "Das Iphone 5 ist länger aber genauso schmal das sieht nicht nur irgendwie in die Länge gezogen " Na dann warten Sie mal den 11. Oktober ab, was Samsung unter dem S3 mini vorstellen wird. Vielleicht ist das dann auch wieder, dem Kopieren sei dank ein "langgezogenes S3, mit "Zufall und Überraschung" einem 4 Zoll Display,... Und ja manche brauchen es halt, SD Karten zum reinstecken und verlieren, Akku tauschen ( fürs Iphone gibts übrigens akkugeladene Aufladestationen nicht größer als ein Stecker) und natürlich USB und Bildschirmanschluss...braucht man ja bei einem Smartphone alles so unbedingt.

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