Eine Milliarde Euro Umsatz geplant
Premiere setzt aufs Wettgeschäft

Premiere steigt ins Geschäft mit Sportwetten ein. Mit seinem neuen Wettkanal „Premiere Win“ will der Bezahlfernsehsender im Jahr 2008 einen Umsatz von einer Milliarde Euro erzielen.

HB MÜNCHEN. „Daraus erwarten wir einen Gewinn von fünf bis 15 %“, sagte Premiere-Chef Georg Kofler am Donnerstag in einem Telefoninterview. Der Sender „Premiere Win“ soll am 1. August starten und zunächst sechs Stunden Programm täglich umfassen. Dieses soll bis zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland schrittweise ausgebaut werden. Neben der Ausweitung der Sendezeit auf schließlich 24 Stunden denkt Premiere auch über Wettannahmestellen über seine 11 000 Sportsbars nach. „Das müssen nicht alle sein“, sagte Kofler. „Ein paar Hundert ist auch schon was.“

Der interaktive Sender „Premiere Win“ startet zunächst mit Live-Pferdewetten, Gewinnspielen und Sportnachrichten, teilte das Unternehmen am Donnerstag in München mit. Über ein neues Internetangebot könnten sich die Abonnenten zudem auch zu einem Forum für andere Sport-Wetten wie Fußball oder Basketball des Anbieters Betandwin weiter leiten lassen.

Mit dem Schritt kommt Premiere dem Deutschen Sportfernsehen (DSF) zuvor, das ebenfalls auf Sportwetten setzt und ein konkretes Konzept dafür noch in diesem Jahr vorlegen will. „Ich bin sicher, dass wir ein viel versprechendes Geschäftsfeld vor uns haben“, sagte Premiere- hef Georg Kofler.

Zu den Umsatzerwartungen von Premiere Win für dieses Jahr wollte sich Kofler nicht äußern. Bis zum Jahr 2008 erwartet er Gesamt-Umsätze aus Sportwetten, Gewinnspielen und Lotterien von über einer Milliarde Euro. Je nach Wett- und Spieltyp verblieben davon aber nur fünf bis 15 % beim Unternehmen, betonte Kofler. „Die ersten sechs Monate laufen unter dem Stichwort Trainingscamp“, sagte er. Unterstützt wird Premiere bei dem Aufbau des neuen Senders von seinen Kooperationspartnern, dem kanadischen Pferderennbahnbetreiber Magna Entertainment und dem österreichischen Sportwettenanbieter Betandwin. Weitere Partner wird es nach den Aussagen Koflers erst mal nicht geben. „Beide sind Marktführer, da bleibt es erst mal dabei.“ Die Kosten für den Aufbau des Senders wollte Kofler nicht beziffern. „Es gibt nur minimale Kostenrisiken“, sagte der Premiere-Chef lediglich.

Das Geschäft mit Sportwetten stößt derzeit nicht nur bei Premiere auf Interesse. Auch das Münchener Medienunternehmen EM.TV prüft einen Einstieg in das Wettgeschäft. EM.TV, das sich nach seiner Restrukturierung auf sein Sportgeschäft mit dem Sender DSF konzentriert, erhofft sich vom Wettgeschäft ebenfalls hohes Umsatz-, und Renditepotenzial. Eine Entscheidung dazu soll im zweiten Halbjahr fallen.

Zu Medienberichten, Premiere wolle DSF kaufen, wollte Kofler keine Stellung nehmen. „Spekulationen kommentiere ich nicht, da diese nach meiner Erfahrung nur neue Spekulationen anheizen.“ Auch zum Verlauf des zweiten Quartals wollte sich Kofler mit Verweis auf die Veröffentlichung der Zahlen am 9. August nicht äußern.

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