Eine Milliarde Investitionen in zehn Jahren
Infineon gründet Backend-Joint Venture in China

Der Münchener Chiphersteller Infineon wird zusammen mit China-Singapore Suzhou Industrial Park Venture (CSVC) in China ein Gemeinschaftsunternehmen für die Montage und den Test von Speicherchips (Backend) aufbauen.

Reuters MÜNCHEN. Der Münchener Konzern, weltweit drittgrößter Anbieter von Speicherchips (DRAMs), wird dafür in den nächsten fünf Jahren 241,4 Millionen Dollar aufbringen.

„Mit dieser Partnerschaft bauen wir unsere Präsenz im Zukunftsmarkt China konsequent aus, können neue Kunden adressieren und zielen in China auf einen Marktanteil bei Speicherprodukten von 40 Prozent“, erklärte Infineon-Chef Ulrich Schumacher am Montag. Mit 72,5 Prozent wird der Konzern die klare Mehrheit an dem Gemeinschaftsunternehmen halten, die restlichen 27,5 Prozent liegen bei CSVC. Reuters hatte am Donnerstag aus Branchenkreisen erfahren, dass die Gründung des Werks unmittelbar bevorsteht.

Die Infineon-Aktie notierte am Morgen unmittelbar nach Börsenöffnung mit 11,36 Euro 2,6 Prozent im Plus.

Start der Volumenproduktion 2005

Bei der Chipfertigung werden generell zwei Prozesse unterschieden: Während im so genannten Frontend die bloßen Chips auf Siliziumscheiben (Wafer) entstehen, werden im Backend die Scheiben zersägt und die einzelnen Speicher in Gehäuse montiert und getestet. Die Wafer für das neue Werk sollen aus den bereits vorhandenen Kooperationen mit der chinesischen SMIC und den beiden taiwanischen Partnern Winbond und Nanya kommen.

Das neue Werk, rund 80 Kilometer westlich von Shanghai, wird den Angaben zufolge im Endausbau eine maximale Kapazität von bis zu einer Milliarde Chips im Jahr haben. Das Gesamtinvestment betrage über die nächsten zehn Jahre rund eine Milliarde US-Dollar bei einem Eigenkapital von 333 Millionen Euro, teilte Infineon mit. „Dabei wird Infineon über die nächsten fünf Jahre insgesamt 241,4 Millionen US-Dollar als Eigenkapital einbringen, von CSVC kommen 91,6 Millionen US Dollar.“ Damit seien die ersten Ausbaustufen gesichert. Mögliche weitere Investitionen - fast ausschließlich für zusätzliches Equipment - sollten dann über das Joint-Venture fremd finanziert werden.

Die Volumenproduktion solle Anfang 2005 starten, insgesamt könnten bei voller Auslastung über 1000 Mitarbeiter beschäftigt werden, hieß es. Derzeit verfüge Infineon über rund 800 Beschäftigte in China.  

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