Eine Milliarde Nutzer
Facebook fahndet nach neuen Einnahmequellen

Bei den Nutzerzahlen hat Facebook die Milliardengrenze geknackt, doch zu Geld machen kann das Unternehmen das bisher kaum. Nun will es auch private Nutzer zur Kasse bitten - für besonders auffallende Statusmeldungen.
  • 4

DüsseldorfEin Aufschrei ging am Donnerstagmorgen durch die Facebook-Welt. Grund dafür ist die – zunächst testweise – Einführung der „Promoted Posts“ („Bezahlte Einträge“) für private Nutzer in den USA. Das bedeutet konkret: Wer sichergehen will, dass seine Hochzeitsfotos oder einzelne Statusmeldungen von der Mehrheit seiner Freunde gesehen werden, muss künftig umgerechnet rund fünf Euro pro Post berappen. Das berichtet der US-Blog TechCrunch.

Betreiber von Facebook-Fanseiten, die über kein eigenes Budget verfügen, quälen sich schon seit längerem mit den „Promoted Posts“ herum. Fanpages werden - im Gegensatz zu privaten Profilen - häufig von Unternehmen betrieben, aber auch Hobby-Autoren, Blogger oder Bands präsentieren sich gerne auf einer eigenen Fanseite. Diese hat etwas andere Funktionen als das Privatpersonen-Profil, unter anderem befreunden sich Nutzer nicht mit Seiten, sondern werden - wie der Name sagt - Fans.

Die „Promoted Posts“ für Fanpages wurden im Mai 2012 eingeführt - und ärgern seitdem viele Seiten-Administratoren. Denn wer nicht zahlt, sondern weiterhin nur kostenlose Statusmeldungen absetzt, erreicht mit einem einzelnen Post unter Umständen nur einen Bruchteil seiner Fans. Das kann zum Problem werden, wenn möglichst viele Nutzer angesprochen werden sollen, denn zahlreiche Fans bekommen die jeweilige Statusmeldung einfach „nicht mit“. Oder wie Facebook es positiver formuliert: „Wenn du deinen Beitrag nicht hervorhebst, sehen ihn immer noch viele mit deiner Seite verbundene Personen. Wenn du ihn allerdings hervorhebst, kannst du dessen potentielle Reichweite steigern, so dass ein noch größerer Teil deines Seitenpublikums und der Freunde der Personen, die mit deinem Beitrag interagieren, diesen sehen.“ Mit anderen Worten: Facebook verkauft Reichweite.

In Zukunft sollen nicht nur Seiten-Administratoren, sondern auch private Facebook-Nutzer für (mehr) Aufmerksamkeit zahlen. Laut Facebook wurde die Funktion bereits in 20 Ländern ausgerollt, seit Mittwoch steht sie auch Privatpersonen in den USA zur Verfügung, die weniger als 5.000 Freunde und Abonnenten haben.

Seite 1:

Facebook fahndet nach neuen Einnahmequellen

Seite 2:

Mehr als eine Milliarde Nutzer

Kommentare zu " Eine Milliarde Nutzer: Facebook fahndet nach neuen Einnahmequellen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • "Nutzer Benjamin Heiter spricht aus, was viele denken: „Sobald Facebook nicht mehr kostenlos ist, bin ich weg.“


    Wenn ich solche Aussagen lese, kommen mir vor Lachen die Tränen.

    Vielleicht sollten sich die Leute mal Gedanken machen wie Facebook funktioniert.

    Wenn Facebook und Co. Daten sammeln bis die Schwarte kracht, um mit personalisierter Werbung Geld zu verdienen, dann ist das Geschrei groß. Aber wenn es laut Umfragen darum geht monatlich gerade mal 1€ zu bezahlen, dann ist jeder der größte Geizhals und das Geschrei ist abermals groß. Also frage ich mich was die Leute denn genau wollen???

    Facebook ist keine Sozialanstalt und macht alles für Umsonst.
    Wer damit nicht klar kommt, der sollte Facebook und Co. wirklich den Rücken keren. Denn Nichts ist umsonst im Netz.

  • Wenn jemand glaubt 1000 Freunde haben zu müssen und jedem seine neue Frisur zeigen zu müssen, dann soll er gefälligst 5 Euro zahlen.

  • Mit anderen Worten: Andere Nutzer zahlen 5 Euros damit ich deren bescheuerte Bilder, welche mich überhaupt nicht interessieren oder interessiert haben, aufgebrummt bekomme..*amkopfkratz* Oder noch besser....dann muss ich jeden Müll erblicken weil jemand dafür 5 Euro geblecht hat?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%