„Eine Zumutung“
Verdi schmettert Telekom-Angebot ab

Die Gewerkschaft Verdi hat ein Angebot der Deutschen Telekom abgelehnt. Der Vorschlag sei eine „Zumutung“. Begleitet von einer Kundgebung am Verhandlungsort hatte die Telekom sich nach drei Monaten zum ersten Mal bewegt.
  • 6

DüsseldorfIm Streit um Lohnerhöhungen für 50.000 Angestellte schlägt Verdi das Tarifangebot der Telekom-Deutschlandtochter aus. Das Angebot sei eine „Zumutung“, weshalb die Tarifkommission das Scheitern der Verhandlungen bei der Telekom Deutschland GmbH erklären solle, teilte Verdi am Dienstag mit.

Der Vorschlag sei weder sozial noch ausgewogen, erklärten die Arbeitnehmer-Vertreter am Dienstag. „Während die Unternehmensführung die Aktionäre mit einer Dividende von drei Milliarden Euro beglückt, sollen die Beschäftigten den Abschluss aus eigener Tasche finanzieren“, erklärte Verdi-Vorstand Lothar Schröder. Die Kommission tage am 3. Mai. Unabhängig davon laufen parallel Gespräche für insgesamt 35.000 Beschäftigte der Konzernzentrale und bei der Tochter T-Systems.

Zuvor hatte der Dax-Konzern erstmals ein Angebot vorgelegt - knapp drei Monate nach dem Auftakt der Tarifverhandlungen. Die Gehälter der Beschäftigten der Telekom Deutschland sollten insgesamt um 3,5 Prozent steigen. Angeboten werde eine Erhöhung in zwei Stufen: Zum 1. Juli diesen Jahres sollten die Entgelte um 2,1 Prozent steigen.

Eine weitere Erhöhung um 1,4 Prozent solle im Mai 2013 folgen. Für die Monate Februar bis Juni 2012 sei für jeden Mitarbeiter eine Einmalzahlung von 365 Euro vorgesehen. Der Tarifvertrag solle bis zum 31. Juli 2013 laufen. Das Angebot liegt weit unter den Forderungen von Verdi: Die Gewerkschaft pocht auf eine Lohnerhöhung von 6,5 Prozent über zwölf Monate.

Seite 1:

Verdi schmettert Telekom-Angebot ab

Seite 2:

Tarifgespräche von Warnstreiks begleitet

Kommentare zu " „Eine Zumutung“: Verdi schmettert Telekom-Angebot ab"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Zu "Es ist jämmerlich wie sich die Gewerkschaften verhalten."
    MiTo hat wohl ganz vergessen, das bei Telekom 2005 die 34Stundenwoche mit Lohnverzicht eingeführt wurde. Wenn nicht, so die Drohung, müssen 10000 entlassen werden. 2007 wurde dann die Wochenarbeitszeit auf 38,5 Std. angehoben....ohne Lohnausgleich. Gleichzeitig wurden nur noch 85% des Gehaltes ausgezahlt, die restlichen 15% erst im folgenden Jahr April/Mai, entsprechend der Zielerreichung. Ziele, die von Telekom erstellt wurden und die ein Mitarbeiter nur zu 15% beeinflussen kann.
    Für das Jahr 2011 sind es leider nur 94% in meinem Team, obwohl wir teambezogene Ziele zu 115% erreicht hatte.
    Also: wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Klappe halten.

  • @MiTo: (...) Es geht bei den Streiks nicht um die Beamten,sondern um viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,die mit ihrem Vollzeitlohn bei der Telekom keine Familie ernähren können.
    +++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

  • Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen. Es ist jämmerlich wie sich die Gewerkschaften verhalten. Augenmaß scheint hier vollkommen verloren gegangen zu sein. Hier sind Arbeitnehmer auf Rosen gebettet, in einem Großkonzern mit sozialer Absicherung wie im Beamtentum. Davon können andere nur träumen. Macht nur weiter so. Den Laden wird es ohnehin über kurz, oder lang zerreißen. Und dann werden dieselben Pfuscher die Allgemeinheit bitten Sie per Steuergeld zu retten. Von wegen...MiTo

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%