Eingeschränkte Expansionsmöglichkeiten
Die Schweiz nimmt Swisscom an die Leine

Der Schweizer Bundesrat hat dem mehrheitlich von ihr kontrollierten Telekom-Konzern Swisscom eine neue Strategie verpasst, die den Spielraum des Managements vor allem im Ausland beträchtlich einschränkt.

HB ZÜRICH. Nachdem vor einem Monat die bisherige Strategie für die Swisscom über Nacht vom Bundesrat über den Haufen geworfen worden war, sollen die neuen Vorgaben für „Transparenz und Stabilität“ sorgen, schreiben das Finanzministerium und das Ministerium für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation in einer gemeinsamen Mitteilung.

Als erstes trägt der Bund die seit einem Monat kontrovers diskutierte Expansionsstrategie der Swisscom ins Ausland endgültig zu Grabe. So darf Swisscom nicht bei ausländischen Telekomunternehmen einsteigen, die für eine Grundversorgung des jeweiligen Landes mit Telefondiensten sorgen müssten. Damit dürfte sich das Lieblingsprojekt des Swisscom-Chefs Jens Alder, eine Übernahme der Telekom Austria, in Luft aufgelöst haben, da die Österreicher genau dieses im Pflichtenheft stehen haben. Die Swisscom reagierte den auch lediglich mit der kargen Feststellung: „Die neuen strategischen Ziele des Bundesrates werden Swisscom eine beschränkte Flexibilität für Unternehmenskäufe gewähren.“ Das Unternehmen werde spätestens zur Bilanzpressekonferenz am 8. März über das weitere Vorgehen informieren.

Der Bund, der mehr als 60 Prozent der Swisscom-Aktien hält, hat aber noch weitere Spielregeln aufgestellt, die dass Unternehmen in ein knappes finanzielles Korsett zwängen und indirekt auch die Auslandsaktivitäten beschränken. So muss Swisscom die ausschüttbaren Reserven binnen vier Jahren auf höchstens eine Milliarde Franken reduzieren. Ende 2005 summieren sich die Reserven auf rund drei Mrd. Franken, so Swisscom. Nach der Ausschüttung dürfe Swisscom maximal Schulden in anderhalbfacher Höhe des Betriebsgewinns (Ebitda) aufnehmen.

Damit stehen nach Angaben des Bundesrates maximal fünf Mrd. Franken für zusätzliche Akquisitionen und Investitionen bereit. „Dadurch wird die Flexibilität des Unternehmens zwar begrenzt, hingegen bleiben ihm weiterhin gewisse Wachstumsmöglichkeiten“, so die Regierung.

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