Einigung mit Arena
Premiere versorgt 13 Länder mit Bundesliga

Hunderttausende Fußball-Fans im Gebiet des Kabelnetzbetreibers Kabel Deutschland können aufatmen: Sie werden auch in der kommenden Saison Bundesliga live sehen können. Premiere wird die Ausstrahlung übernehmen. Darauf hat sich der Bezahlsender mit Rechteinhaber Arena geeinigt. Die Premiere-Aktie sprang um 23 Prozent nach oben.

HB MÜNCHEN. Premiere werde das Fußball-Programm von Arena in den 13 von Kabel Deutschland (KDG) versorgten Bundesländern übertragen, teilten die Unternehmen am Donnerstag mit. Einzelabonnements für Arena kosteten bei Premiere mit 14,90 Euro eben so viel wie bei Arena selbst. Gleichzeitig werden die Töchter der Arena-Muttergesellschaft Unity Media – die Kabelnetzbetreiber Ish, Iesy und Tele Columbus – ihren Kunden Premiere-Pakete anbieten. Auch soll es Kombinationsangebote geben. Arena und Premiere schlossen einen entsprechenden Distributions- und Vermarktungsvertrag. Das Satellitenangebot von Arena bleibe von der Kooperation unberührt, hieß es.

Laut „Süddeutscher Zeitung“ und die „Financial Times Deutschland“, die bereits am Mittwochabend über die Zusammenarbeit berichteten, hat Premiere im Netz von Kabel Deutschland 800 000 Abonnenten. Vorhandene Decoder könnten weiter benutzt werden.

Damit ist die Bundesliga flächendeckend in ganz Deutschland zu empfangen: Über Premiere in den 13 Bundesländern, die Kabel Deutschland versorgt. Über Arena in Hessen (Iesy), Nordrhein-Westfalen (Ish) und Baden-Württemberg (Kabel BW) sowie über Satellit.

Die Premiere-Aktie legte am Morgen um 23 Prozent zu. „Die Gefahr eines Massen-Exodus mit einer Kündigungswelle ist vom Tisch“, kommentierte ein Händler am Donnerstagmorgen die Mitteilung der Unternehmen. Der Kurs habe vor dem Beginn der Verhandlungen um die Fußball-Übertragungsrechte für die nächste Saison bei 24 Euro gelegen und sei dann „abgeschmiert“. Daher sei eine starke Erholung gerechtfertigt. Kursziele von 15 Euro seien möglich, hieß es am Markt.

Arena konnte sich nicht mit Kabel Deutschland einigen

Die Einigung über die Einspeisung des Bundesliga-Angebots in das Netz von Kabel BW hatte Arena erst vor zwei Tagen bekannt gegeben. Monatelange Verhandlungen mit dem größten deutschen Kabelnetzbetreiber KDG hatten hingegen zu keinem Erfolg geführt. KDG hatte betont, an einer Übertragung des Arena-Angebots interessiert zu sein, schon um das Kabel im Vergleich zur Satellitenverbreitung nicht ins Hintertreffen geraten zu lassen. Gleichzeitig hatte das Unternehmen erklärt, keinen Vertrag mit Arena zu unterschreiben, der Verluste bringe.

Premiere hatte die Übertragungsrechte an der Bundesliga nach 15 Jahren überraschend an Arena verloren, was den Aktienkurs des Senders drastisch einbrechen ließ. Seither hatte sich Premierechef Georg Kofler bemüht, doch noch an Übertragungsrechte für die Bundesliga zu gelangen, um Massenkündigungen seiner Abonnenten zu verhindern. Bis dato war aber nur eine Einigung mit der Deutschen Telekom gelungen, die die Internet-Rechte hält. Premiere strahlt die Bundesliga über das geplante Internet-Fernsehen des Ex-Monopolisten aus.

Arena hat die TV-Rechte an den nächsten drei Spielzeiten bis 2009. Die Bundesliga-Saison beginnt am 11. August.

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