Einkaufen per Handy
Amerikaner im digitalen Kaufrausch

Immer mehr US-Kunden kaufen im Internet mit mobilen Geräten ein. Am Schnäppchenmontag wurde fast jeder fünfte Kauf mit dem Smartphone getätigt. Ausgerechnet bei einem Smartphone-Hersteller brach der Online-Shop zusammen.
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San FranciscoMobil macht's: Am digitalen Schnäppchenmontag in den USA entfielen 17 Prozent der gesamten Online-Umsätze auf mobile Endgeräte. Das ist ein Plus von 55,4 Prozent gegenüber Vorjahr, berichtet IBM auf Basis erster Analysen. Wer heute noch keinen mobilen Online-Shop für sein Unternehmen hat, der bekommt ein Problem.

Dumm gelaufen für Motorola. Der groß angekündigte Online-Verkauf des Top-Smartphones Moto X zum Kampfpreis von 349 Dollar, ein Rabatt von 150 Dollar, ist in den USA am Montag ausgefallen. Der Online-Shop der Google-Tochter brach unter dem Kundenansturm schlicht zusammen. Motorola-Chef Dennis Woodside entschuldigte sich und versprach Wiedergutmachung. „Wir haben die Nachfrage schlicht unterschätzt“, so der zerknirschte Manager. „Außerdem haben wir die Seite nicht ausführlich genug getestet, sie wurde instabil.“ Jetzt ist der Mittwoch für die Schnäppchenjagd angesetzt, und die Zahl der Geräte zum Sonderpreis wird verdoppelt.

Doch viele Rabatt-Ritter haben sich bis dahin woanders mit ihrem neuen Lieblingsspielzeug eingedeckt. Egal ob Kosmetika, Smartphones, Tablets, Spielekonsolen oder Haushaltswaren: Immer mehr Konsumenten vermeiden die Massenaufläufe vor den Einkaufsmalls und Supermärkten am so genannten Black-Friday und shoppen von Zuhause aus.

Der gesamte Handelsumsatz online in den fünf Tagen zwischen Thanksgiving am Donnerstag und dem vergangenen Montag stieg laut IBM um 16,5 Prozent. Das steht im Kontrast zum ersten Umsatzrückgang im traditionellen Handel am Black Friday seit 2009. „Wir sehen einen anhaltenden dramatischen Wandel im Kaufverhalten“, kommentiert Jay Henderson, Strategy Director bei IBM Smarter Commerce. „Das Mobilgerät wird zum Einkaufsmedium der Wahl.“

Wer aber glaubt, das Phänomen sei auf den technologischen Speckgürtel rund um das Silicon Valley begrenzt, der irrt. Die Hauptstädte des E-Commerce waren New York, Washington D.C., Los Angeles, Chicago und Atlanta. Die „Amazonisierung“ der Wirtschaft wird im kommenden Jahr „eine führende Rolle bei der Zäsur in fast jeder Branche der Welt spielen“, ist sich Frank Gens, Senior Vice President und Chef-Analyst bei IDC sicher. Die „dritte Plattform“, gemeint ist das Zusammenspiel von Mobile, Cloud Computing und Big Data, werde massiv an Bedeutung gewinnen. Die vom Wandel betroffenen Unternehmen würden sich einen „harten Kampf um die Entwickler dieser Lösungen liefern“, um nicht zurückzufallen.

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Mobilgeschäft auch für Walmart überlebenswichtig

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