Einnahmen sollen im laufenden Jahr um fast die Hälfte steigen
Yahoo sucht in Deutschland nach mehr Wachstum

Die deutsche Tochter des amerikanischen Internet-Anbieters Yahoo startet durch: Im vergangenen Jahr sei der Umsatz um 30 % gestiegen, sagte Deutschland-Chef Franz Dillitzer dem Handelsblatt. Im laufenden Jahr sollen die Einnahmen sogar um 40 bis 45 % klettern.

jojo MÜNCHEN. Yahoo profitiert laut Dillitzer sowohl von höheren Werbeeinnahmen als auch von steigenden Erlösen aus den immer beliebter werdenden Online-Dienstleistungen, etwa der Partnersuche.

„Mit dem ersten Quartal bin ich sehr zufrieden“, betonte Dillitzer in der Deutschland-Zentrale in München. Wie hoch der Umsatz genau ausgefallen ist, wollte Dillitzer allerdings nicht sagen. Wie die meisten US-Konzerne veröffentlicht das Unternehmen keine detaillierten Zahlen für Deutschland. Yahoo sei hier zu Lande aber weiterhin profitabel.

Yahoo ist aber nicht nur in Deutschland gut in Fahrt. Weltweit kletterten die Einnahmen des Internetportals im ersten Quartal auf 758 Mill. $. Im Vorjahr lag der Umsatz noch bei 283 Mill. $. Der Gewinn erreichte 101 Mill. $, das ist mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.

Zu dem starken Wachstum haben zwar vor allem Akquisitionen beigetragen. Analysten und Börse zeigten sich dennoch sehr zufrieden mit den Ergebnissen. Zudem setzte Yahoo die Prognose des Gesamtjahres nach oben. Die Aktie kletterte nach der Bekanntgabe der Zahlen vor Ostern um 16 %. Yahoo hat in den vergangenen Monaten kräftig investiert. Letzten Sommer übernahmen die Kalifornier den amerikanischen Suchmaschinendienst Overture für 1,6 Mrd. $. Damit will Yahoo vor allem den Marktführer unter den Suchmaschinen, Google, angreifen. Zudem soll der Softwareriese Microsoft auf Distanz gehalten werden, der ebenfalls in den Kernbereich von Yahoo, die Suche im Internet, vorstoßen will.

Vor zwei Wochen griff Konzernchef Terry Semel erneut tief in die Konzernkasse und kaufte den französischen Internet-Einkaufsservice Kelkoo für 475 Mill. Euro.

Kelkoo beschert Yahoo nach Angaben der Marktforscher von Nielsen-Netratings in Deutschland einen Zuwachs der Nutzerzahlen um mehr als eine Million auf knapp elf Millionen. „Die Übernahme macht Sinn für Yahoo“, urteilen die Analysten, „weil beide Firmen dadurch neue Nutzer bekommen.“

Deutschland Chef Dillitzer unterstrich aber, dass Kelkoo in Deutschland als unabhängiges Unternehmen weiter geführt werde. Der Grund: Yahoo arbeitet in Deutschland und Großbritannien im Shopping-Bereich seit Anfang des Jahres mit Pangora zusammen, einer Tochter des Internet-Anbieters Lycos. Dazu wurden langfristige Verträge abgeschlossen.

In den vergangenen Monaten hat Yahoo sein Dienstleistungsangebot in Deutschland kräftig ausgebaut, um dem Konkurrenzdruck zu widerstehen. Denn Wettbewerber wie T-Online lotsen Internet-Nutzer direkt auf ihre Seiten, weil sie den Zugang ins Netz anbieten. Yahoo dagegen muss die Leute mit Inhalten und Dienstleistungen auf das Portal locken. „Redaktionelle Konzepte und eigene Themen sind für uns entscheidend“, betont Dillitzer.

Ein großer Teil der 75 Beschäftigten in Deutschland kümmert sich deshalb um das, was auf der Seite steht. So gibt es bei Yahoo immer mehr Musikstücke zu hören oder Ausschnitte aus Filmen zu sehen. Das wiederum zieht die Werbekunden an.

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