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Finanzinvestoren nehmen die IT-Branche ins Visier

Ein Konsortium von Finanzinvestoren bereitet offenbar die größte fremdkapitalfinanzierte Firmenübernahme in der IT-Branche vor. Wie die „New York Times“ unter Berufung auf Verhandlungskreise berichtet, soll der US-Chiphersteller Freescale für mehr als 16 Mrd. Dollar (12,6 Mrd. Euro) den Besitzer wechseln.

NEW YORK. Zum Bieterkonsortium für die ehemalige Sparte des Telekomausrüsters Motorola sollen Texas Pacific Group, Blackstone und Permira gehören, dazu möglicherweise auch Carlyle und Bain Capital. Freescale teilte in einer Presseerklärung mit, man befinde sich in Gesprächen über „eine mögliche Finanztransaktion“.

Die Investmentfirmen Kohlberg Kravis Roberts (KKR), Silver Lake Partners und Alp-Invest Partners sind mit einem Konkurrenzangebot präsent und bieten ebenfalls 16 Mrd. Dollar, schreibt die „New York Times“. Es werde nicht ausgeschlossen, dass dieses Konsortium im Kampf um den weltweit zehntgrößten Chiphersteller (Umsatz 2005: 5,8 Mrd. Dollar) noch einmal nachlegt. KKR und Silver Lake Partners hatten im vergangenen Monat bereits die Halbleiter-Sparte des niederländischen Elektronikkonzerns Philips für 4,4 Mrd. Dollar gekauft.

Der Bieterkampf um Freescale zeigt, dass sich führende Private-Equity-Firmen zunehmend für die Technologiebranche interessieren. Im Vorjahr hatte ein Konsortium von sechs Finanzinvestoren 11,3 Mrd. Dollar für das US-Softwareunternehmen Sungard Data Systems gezahlt und damit erstmals für einen Paukenschlag in der IT-Branche gesorgt. Zuvor hatten sie diesen Sektor weitgehend gemieden, weil er als zu schwankungsanfällig und damit riskant galt. Der Markt sei beständiger geworden, verspreche aber nach wie vor gute Wachstumsraten, so erklären Analysten den wachsenden Appetit der Finanzinvestoren: Die Branche sei reif für weitere Deals, sagte Joe Osha von Merrill Lynch.

Die Akquisition von Freescale wäre die dritte größere Übernahme in der Halbleiter-Industrie binnen weniger Wochen. Neben der Chip-Sparte von Philips wechselte auch ATI, ein Produzent von Grafik-Chips, für 5,4 Mrd. Dollar den Besitzer. Hier kamen allerdings nicht Finanzinvestoren zum Zuge, sondern der Prozessorhersteller Advanced Micro Devices (AMD).

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