Einschätzung des Personalchefs
Telekom droht weiterer Stellenabbau

Der angekündigte Personalabbau von 32 000 Mitarbeitern bei der Deutschen Telekom wird nach Einschätzung ihres Personalchefs Heinz Klinkhammer nicht „das Ende der Fahnenstange“ sein.

HB FRANKFURT. Es wäre unredlich, jetzt den Eindruck zu erwecken, als ob der Konzernumbau damit bereits abgeschlossen sei, erklärte Klinkhammer gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“. Zwar hoffe er auf ein langsameres Tempo, die Richtung bleibe aber bis auf weiteres unverändert.

Konzernsprecher Peter Kespohl sagte am Sonntagabend auf Anfrage, dies sei nichts Neues, „wir haben das immer gesagt“. Der jetzige Stellenabbau sei „regulatorisch und technisch“ bedingt. Zugleich betonte Kespohl, der Abbau der 32 000 Stellen in den Jahren 2006 bis 2008 erfolge ohne betriebsbedingte Kündigungen. Die Telekom habe zudem immer klar gemacht, dass - bezogen auf die Jahre danach - der Personalabbau nicht aufhören werde.

Klinkhammer zeigte sich laut „Süddeutscher Zeitung“ enttäuscht über die Verdi-Ablehnung des Kompromisses zum Stellenabbau. Die Gewerkschaft hatte vergangene Woche eine Einigung mit der Telekom platzen lassen, weil sie den ausgehandelten Kompromiss für unzureichend hielt. Obwohl der Gewerkschaft und die Beschäftigungsproblematik bei der Festnetzgesellschaft T-Com hinlänglich bekannt gewesen sei, habe Verdi die Ablehnung des Verhandlungskompromisses mit der geplanten Reduzierung der Call-Center-Standorte von derzeit 96 auf 51 begründet, so Klinkhammer.

Es sei falsch, wenn jetzt der Eindruck erweckt werde, als ob sich die Telekom nur unzureichend bewegt hätte. Vielmehr habe Verdi eine Erwartungshaltung erzeugt, die Klinkhammer als „völlig irreal“ bezeichnete. Die Gewerkschaft verdrängt seiner Ansicht nach, dass bei der Telekom niemand entlassen, sondern „individuell aufgefangen“ werde. Dies geschehe im Übrigen zu Konditionen, „die es in Deutschland sonst nirgendwo gibt“.

Klinkhammer betonte auch, er habe in den Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern keine Salamitaktik betrieben. „Heute einen Kompromiss zu beschließen und schon morgen die nächste Kröte zu präsentieren, ist nicht mein Stil.“ Darum lehne er es auch ab, Illusionen über die längerfristige Beschäftigungsentwicklung im Konzern zu nähren. So wäre eine Zusage, zumindest bis Ende 2008 das Thema Arbeitsplatzabbau bei der T-Com für tabu zu erklären, eine „glatte Lüge“, sagte der Personalchef.

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