Einstieg bei Elektronikkonzern
Microsoft drängt ins chinesische Fernsehen

Die Summe, mit der Microsoft bei einem TV- und Elektrogerätehersteller in China einsteigt, ist winzig. Dennoch hängt viel von der Kooperation mit Sichuan Changhong Electric ab: Microsoft will in den chinesischen Markt für Fernsehen übers Internet einsteigen. Die Früchte der Zusammenarbeit dürften auch europäischen Kunden schmecken.

DÜSSELDORF/PEKING. Es sei eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Fernsehern, Computern und digitalen Unterhaltungsgeräten vereinbart worden, teilte Sichuan am Montag in einer Pflichtveröffentlichung für die Börse mit. Microsoft lässt sich seinen Einstieg 12 Mill. US-Dollar kosten. Der US-Softwarekonzern wird dafür einen etwa 1-prozentigen Anteil am erhöhten Kapital des staatlich kontrollierten Unternehmens erhalten.

Das chinesische Unternehmen will insgesamt 400 Mill. Aktien ausgeben, um mit dem Geld seine Kapazitäten im Bereich Flachfernseh-Geräte aus zubauen. 15 Mill. dieser Papiere gehen jetzt nach Redmond. China hatte erst vor kurzem erlaubt, dass ausländische Investoren in High-Tech-Firmen einsteigen dürfen. Analysten gehen davon aus, dass der Software-Riese – der mit der Spielekonsole Xbox 360 und dem Musikplayer Zune bereits in den Hardware-Markt eingestiegen ist – später seine Anteile erhöhen könnte. Das aktuelle Projekt der beiden Partner fokussiere sich auf „Heimnetzwerke und wie man PCs, TV-Geräte und Internet zusammenführen kann“, sagte Microsoft-Sprecher Roger Chen.

Microsoft hatte bereits 2004 mit den Chinesen eine Entwicklungspartnerschaft für die Zusammenführung von Internet und TV geschlossen. Während Microsoft sich einen Zugang zum chinesischen Markt erhofft, schielt Changhong auf westliche Technologien und die Märkte in Übersee. Changhong gilt als besonders innovativ. Die Firma unterhält gemeinsame Forschungslabore unter anderem mit Toshiba, Sanyo, General Electric, Samsung, LG und Philips.

Sichuan Changhong Electric wurde 1958 gegründet und ist einer der größten Elektronikhersteller Chinas. Seit 1994 ist das Unternehmen in Schanghai an Börse gelistet, gehört aber immer noch zum Großteil dem Staat. Die Firma ist bereits in den USA, Europa, Australien, Russland und dem Nahen Osten aktiv, zumindest bei Endkunden aber unbekannt. Hauptbetätigungsfeld ist Asien.

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