Einstieg bei Telecom Italia
Telefónica will deutschen Markt aufrollen

Im dritten Versuch hat das größte spanische Telefonieunternehmen Telefónica den Einstieg bei Telecom Italia gepackt und ist mit einem Schlag zum größten Aktionär aufgestiegen. Die Spanier wollen die Italiener jedoch nach eigener Aussage keineswegs beherrschen. Vielmehr wollen sie mit ihnen zusammenarbeiten – vor allem, um auf dem deutschen Markt zu punkten.

MADRID. Telefónica, das nach Kundenzahl drittgrößte Telekommunikationsunternehmen der Welt, erwirbt über ein spanisch-italienisches Konsortium 10 Prozent an Telecom Italia. Das hat das Unternehmen am Sonntag bekannt gegeben. Zwar hat Telefónica die Möglichkeit, seinen Anteil an dem Konsortium weiter zu erhöhen, wenn andere Teilhaber verkaufen wollen, „aber wir haben auch in Zukunft kein Interesse daran, die Kontrolle zu erwerben. Politisch wäre das auch nicht möglich“, sagte ein hochrangiger Manager des in Madrid ansässigen Konzerns. Mit dem derzeitigen Anteil kann Telefónica zwei Vertreter in den Verwaltungsrat von Telecom Italia abstellen und damit bereits auf die Strategie Einfluss nehmen.

Das Konsortium, an dem neben der spanischen Telefónica mit 42 Prozent ausschließlich italienische Unternehmen beteiligt sind, hält insgesamt 24 Prozent des Kapitals von Telecom Italia. Bereits seit zwei Monaten spricht Telefónica mit den Italienern über einen Einstieg, doch mehrmals wurden die Gespräche wegen unterschiedlicher Meinungen und einer starken Politisierung der Operation eingefroren.

„Beim dritten Versuch konnten wir die für Telefónica wichtige exklusive Industrieallianz mit Telecom Italia herausschlagen, deswegen haben wir diesmal zugestimmt“, sagte Telefónica-Sprecher Luis Abril gegenüber dem Handelsblatt. Beide Konzerne planten, zukünftig bei den Herstellern von Mobilfunkgeräten, Netzwerken und anderem Material zusammen aufzutreten und auf diese Weise bessere Konditionen herauszuschlagen. Zudem sollen die Vertriebsnetze vielerorts zusammengelegt werden.

Telecom Italia und Telefónica haben viele gemeinsame Märkte in Europa und Lateinamerika. Früchte tragen soll die exklusive Industrieallianz vor allem auf dem deutschen Markt, wo Telefónica über seine Mobilfunk-Tochter O2 vertreten ist; die Italiener erwarben dort im vergangenen Jahr AOL Deutschland. Es ergeben sich gerade beim stark wachsenden DSL-Markt viele Synergien. O2 ist vor kurzem ins Geschäft mit den schnellen Internet-Anschlüssen eingestiegen. „Eine Industrieallianz mit den Italienern macht enorm viel Sinn für uns, viel mehr als eine Kontrolle“, sagte Telefónica-Chairman César Alierta bereits vor einigen Wochen im Gespräch mit Journalisten.

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