Elektrokonzern
Foxconn leidet unter Lohnerhöhungen

Der taiwanesische Elektrokonzern Foxconn hat für das zweite Quartal ein Gewinnplus von elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr ausgewiesen. Der Gewinn lag bei 410 Mio. Euro. Angesichts des schlechten Jahres 2009 als Vergleichsmaßstab gilt das aber als schwache Leistung. Die hat vor allem einen Grund.
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PEKING. Analysten sehen den Grund für die relativ enttäuschenden Zahlen in einer Wende der Lohnpolitik des Unternehmens in den vergangenen Monaten. Die Gewinnmarge sei sehr knapp kalkuliert, sagt Analyst Thomas Dinges vom Branchenbeobachter iSuppli. Derzeit verlagert Foxconn Produktion in Regionen mit niedrigeren Löhnen, doch bis dahin wirken die Gehaltserhöhungen an den alten Standorten nach. Der Konzern baut im Auftrag von Markenanbietern wie Dell, Sony, Nintendo und Apple Produkte, die diese unter eigenem Namen vertreiben.

In der größten Fabrik in der Stadt Shenzhen in China hatten sich im Laufe weniger Monate elf Mitarbeiter umgebracht. Das entspricht bei 420 000 Beschäftigten dort zwar ungefähr der zu erwartenden Selbstmordrate, doch die Nachrichten brachten dem Auftragshersteller einen gewaltigen Imageschaden. Die Zentrale in Taiwan sagte den Arbeitern daher eine Lohnerhöhung von etwa 110 Euro auf 180 Euro ab Juni zu.

Vom Trend zu höheren Löhnen will sich das Unternehmen jedoch nicht an weiterer Expansion hindern lassen. Foxconn hat angekündigt, die Belegschaft in Shenzhen in den kommenden Jahren auf 300 000 zu verringern und dafür im küstenfernen Inland bis zu 400 000 Mitarbeiter neu einzustellen. Foxconn beschäftigt dann 1,3 Millionen Menschen.

Finn-Robert Mayer-Kuckuk
Finn Mayer-Kuckuk
Handelsblatt / Korrespondent Peking

Kommentare zu " Elektrokonzern: Foxconn leidet unter Lohnerhöhungen"

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  • Lohnerhöhungen? Foxcom leidet?

    Gemeint sind wohl die Hungerlöhne und wenn mit Foxcom die fast eine Millionen Menschen umfassende belegschaft dieser Firma gemeint ist, die zuvor keine 5 Euro am Tag verdient hat, kann es ihr mit 7,50 am Tag wohl kaum schlechter gehen.

    Wer hier leidet, sind Aktionäre und Milliardäre. Da sollte man tunlichst unterscheiden.

  • 11% zuwachs ist doch immer noch immens und vollkommen ausreichend. zusätzlich bleibt doch immer noch genug gewinn hängen. denn die, die den den erfolg geschaffen haben sind doch immer noch die vielen mitarbeiter und die sollen auch davon profitieren und nicht nur die ganz oben. und wird jetzt schon wieder nach einem anderen volk ausschau gehalten, dass sich noch billiger versklaven läßt?

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