Elektrokonzern
Sony fällt hinter Konkurrenz zurück

Der japanische Elektrokonzern Sony hängt tief in den roten Zahlen fest. Damit gerät er gegenüber Rivalen wie LG Electronics aus Korea ins Hintertreffen, die profitabel arbeiten. Sonys Probleme haben zwar auch mit der weltweiten Konsumzurückhaltung zu tun, aber nur zum Teil, wie das Unternehmen zugibt.

TOKIO. Bei Präsentation der Quartalszahlen sagte Sony-Finanzvorstand Nobuyuki Oneda am Donnerstag in Tokio. "Es sind erneut erhebliche Restrukturierungskosten angefallen." Operativ machte das Unternehmen einen Verlust von 190 Mio. Euro. Im gleichen Zeitraum gab es 150 Mio. Euro für seine Schlankheitskur aus. Im gleichen Quartal von April bis Juni erzielte Konkurrent LG Electronics aus Korea ein dickes Plus, und auch andere Elektrohersteller berichten von einer Verbesserung der Lage. Für das Gesamtjahr erwartet allerdings auch Oneda für Sony einen operativen Gewinn.

Derzeit trennt sich Sony von 16 000 Mitarbeitern, macht Sparten dicht und verkauft unprofitable Geschäftszweige an Konkurrenten, die mehr damit anfangen können. "Das Unternehmen verändert sich, um sich an die neue Umgebung anzufangen. Doch es sieht so aus, als würde es nicht reichen", sagt Analyst Mitsushige Akino von Ichiyoshi Investment in Tokio. Im März hatte der britisch-amerikanische Konzernchef Howard Stringer die Führung des Konzerns auf seine eigene Person konzentriert. Er hat dazu den japanischen Teil einer Doppelspitze verjagt und versprochen, mit seinem nun weiter reichenden Einfluss eine Kostenwende herbeizuführen.

Das alte Denken bei Sony sei das größte Problem des Unternehmens, sagte Stringer. Er unterstellte, dass sich die Zentrale in Tokio dem Stellenabbau zu sehr in den Weg stelle. Stringer warf seiner eigenen Firma zudem vor, sich immer noch wie ein Anbieter aus der Elektroindustrie zu gebären - obwohl Sony seiner eigenen Sichtweise nach längst zu einem vernetzen Anbieter von bunten Inhalten mutiert sein sollte, der zusätzlich die Herstellung der nötigen Geräte zum Ansehen und Abspielen organisiert. Stringer selbst kommt aus dem Filmgeschäft.

Doch der Konzernchef hatte auch gewarnt, dass die Erfolge seiner Strategie auf sich warten lassen könnten. Zudem hatte er plausibel dargelegt, wo bei der Produktion von Elektronik die Einsparungen herkommen sollen. Die Flüssigkristallanzeigen für die Fernseher der Marke Bravia beispielsweise will er dort zukaufen lassen, wo sie am günstigsten in der geforderten Qualität zu haben seien, statt selbst eine teure Produktion zu unterhalten.

Seite 1:

Sony fällt hinter Konkurrenz zurück

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%