Elektronik-Riese
Sharp besorgt sich Milliardenkredit

Während Sharp noch auf das Geld aus dem geplanten Einstieg des Apple-Zulieferers Foxconn warten muss, besorgt sich der Elektronik-Riese neue Kredite bei seinen Banken. Kommendes Jahr werden hohe Verbindlichkeiten fällig.
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TokioDer japanische Elektronik-Konzern Sharp hat in den vergangenen Monaten laut eines Medienberichts kurzfristige Kredite von umgerechnet mehr als zwei Milliarden Euro aufgenommen. Jetzt werde mit mehreren Banken über einen weiteren Konsortialkredit verhandelt, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch. Sharp steckt in hohen Verlusten fest. Kommendes Jahr werden hohe Verbindlichkeiten fällig.

Zugleich zeichnet sich Bewegung in den Verhandlungen über den Einstieg des Apple-Auftragsfertigers Foxconn ab. Sharp-Chef Takashi Okuda wolle noch diese Woche zu Gesprächen mit Foxconn-Gründer Terry Gou nach Taiwan reisen, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf informierte Personen berichtete. Gou hatte zuletzt in einem Interview der taiwanischen Zeitung „United Evening News“ gesagt, Foxconn wolle sich auch im Sharp-Management einbringen, um dem Unternehmen aus der Krise zu helfen. Anfang war nur von einer Kapitalbeteiligung die Rede gewesen.

Der im März vereinbarte Einstieg von Foxconn muss neu verhandelt werden, weil der Kurs der Sharp-Aktie seitdem so drastisch gefallen ist. Der Auftragsfertiger aus Taiwan wollte ursprünglich knapp zehn Prozent an Sharp zu 550 Yen pro Aktie kaufen. Das hätte Sharp rund 67 Milliarden Yen (derzeit 680 Mio Euro) eingebracht. Doch die Sharp-Aktie pendelt derzeit um die Marke von 200 Yen, damit ist der Preis von März nicht mehr zu halten. Vergangene Woche hatten Gespräche zwischen Gou und Sharp-Managern in Japan kein Ergebnis gebracht.

Während Sharp auf das Geld aus dem Foxconn-Einstieg warten muss, holte sich das Unternehmen kurzfristige Kredite von seinen Hausbanken Mizuho Financial Group and Mitsubishi UFJ Financial. Im Juli sei eine Kreditlinie über 60 Milliarden Yen (rund 610 Mio Euro) vereinbart worden und im August über rund 150 Milliarden Yen (etwa 1,5 Mrd Euro). Kyodo zufolge hinterlegte Sharp als Sicherheit einen Anteil von 9,2 Prozent am Elektronik-Hersteller Pioneer.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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